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2,1 (1902)
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankenoomtbrts. 3

abzielten, die Lebensverhältnisse kranker Menschen nach allen Richtungenhin möglichst günstig und der Genesung vortheilhaft zu gestalten. Inder Gewinnung der Einsicht, dass man in Zukunft sich nicht damitbegnügen dürfe, gegendas Kranke am Menschen" vorzugehen, sonderndass man auf denkranken Menschen" in seiner Gesammtheit, auf seinVerhalten zu seiner Umgebung und das Verhalten seiner Umgebung zuihm eine weitgehende Rücksicht nehmen müsse, liegt der gewaltige undfolgenreiche therapeutische Fortschritt, liegt auch die wissenschaftlicheBegründung für den gegenwärtigen Aufschwung der Krankenpflege undden von ärztlicher Seite neuerdings mit besonderem Eifer betriebenenAusbau ihrer Hilfsmittel. ^

E. v. Leyden gebührt unstreitig das Verdienst die therapeutischeBedeutung eines vollendeteren Krankencomforts und einer vortreff-lichen Krankenwartung in ihrem vollen Umfange erkannt und aufsie hingeAvicsen zu haben. In seinem bekannten VortrageUeberSpecialkrankenhäuscr (nebst Bemerkungen über Kost und Comfortfür die Kranken)" aus dem Jahre 1890 entwickelte er eingehenddie Notwendigkeit und Berechtigung der Forderung eines höherenMaasses von Comfort und einer verbesserten Abwartung für unsereKranken und zwar sowohl für diejenigen unter ihnen, welche inihrer eigenen Behausung krank darniederliegen, als auch insbesonderefür diejenigen Kranken, welche, der häuslichen Pflege ermangelnd, inöffentlichen Krankenanstalten untergebracht werden. In Bezug auf denKranken com fort sagt er:Der Comfort hat den Zweck, dem Krankenseinen Zustand möglichst zu erleichtern. Damit wird nicht nur einemMitgefühl Ausdruck gegeben, sondern dieser Gesichtspunkt ist ein sehrwesentlich therapeutischer. Der Kranke hat in der Regel von seinerKrankheit so viel zu leiden und so viel Unbequemlichkeiten zu ertragen,dass er nach andern Richtungen hin möglichste Bequemlichkeit undErleichterung beanspruchen muss. Er wird durch seine Krankheit soempfindlich, so reizbar, so kleinlich, dass er nicht mehr im Stande ist,Entbehrungen oder selbst Unbequemlichkeiten zu ertragen, die ihm sonstim gesunden Zustand mit Leichtigkeit alle Tage auferlegt werden. An-nehmlichkeiten, wie sie zum Comfort gehören, sind geeignet, die Kraftund den Muth des Ertragens in dem Patienten zu stützen, seine Hoffnungzu erhalten, seine Geduld und seine Widerstandsfähigkeit wesentlich zuerhöhen. Es ist noch ein anderer Gesichtspunkt, den ich sehr schönausgedrückt finde in dem Berichte aus dem Ventnor Hospital for Con-sumption, welches, wie mir scheint, unter den Hospitälern, über die ichmich zu unterrichten im Stande war, den grössten Grad von Vollkom-menheit erreicht hat. Nachdem die einzelnen Einrichtungen besprochensind, heisst es in diesem Berichte:Sowohl im Freien, als auch in denZimmern ist alles gethan, um das Gemüth des Kranken zu erheiternund die niederdrückenden Gedanken zu verbannen, welche so oft dieärztliche Behandlung erschweren". In diesem Satz, den ich sehr schönund würdig ausgedrückt finde, liegt die Bedeutung desjenigen, was wir