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zu beauftragen, „dessen Ressort Sie durch das Werk nach desseInhalt für am meisten berührt erachten". Daraufhin blieb dem Ober-präsidenten nichts übrig, als sich, trotz seines Widerwillens, mit deManuskript zu beschäftigen, und am 7. Januar 1843 hatte er diGewogenheit, dem Verfasser mitzuteilen, daß er sich an den GeheimeRegierungsrat Dr. Jachmann zu wenden habe. Eine entsprechendeMeldung machte er an diesem Tag auch dem Ministerium in Berlin,wobei er sich über den voraussichtlichen Erfolg also vernehmenließ: „Ich besorge nicht, daß der Beschwerdeführer auf diesem Weg 6zu seinem Ziele gelangen werde, kann es ihm aber bei der VoflieDfür sein Erzeugniß nicht zumuthen, gerade in dem Umstand, dadie Censoren die Censur abgelehnt haben, die Bestätigung zu finden,daß sein Werk überhaupt nicht zum Druck geeignet sei. So unreifGeistesprodukte, wie das in Rede stehende, die weder historisch nockritisch noch philosophisch noch belletristisch ohne Verblendunggenannt werden dürfen und deshalb nicht füglich zu rubriciren sind,werden eine Plage der Oberpräsidenten werden, wenn diese, umihnen einen Zensor zu vermitteln, sie prüfen sollen!" Im ersten,später kassierten Entwurf zu diesem Schreiben hatte er ganz nai verklärt: seines Erachtens liege es „lediglich den Autoren" ob, „m* 1den vom Staate ernannten Censoren über die Frage sich zu einigen,zu welcher Gattung das zu censirende Manuscript gehört. Findet einAutor keinen Censor, der das vorgelegte Manuscript, wie im vor-liegenden Falle zu seinem Ressort gehörig erachtet, so läßt sich an-nehmen, daß es zum Druck nicht geeignet sei". Auf neue Formenin der Literatur war demnach dieser Oberpräsident nicht eingerich-tet; was sich für seine Fassungskraft nicht „rubriziren" ließ, sollteeinfach nicht existieren; und mit seinem „Erachten", daß sich derAutor den zuständigen Zensor selbst zu suchen habe, stellte er siel»zur selbstverständlichen Praxis des Zensurverkehrs durchaus » nWiderspruch: der Autor hatte sein Manuskript der Behörde abzu-liefern, und diese mußte darüber befinden, welcher Zensor zu-ständig sei. Der persönliche Verkehr zwischen Autor und Zensor,wie er sich im Lauf der Verhandlungen wohl herausstellte, wurdesehr ungern gesehen, da er leicht zu Mißbräuchen führen konnte;in Österreich war er sogar streng verboten, die Namen der Zensorensollten nicht einmal bekannt sein. Aber dieses „Erachten" des Ober-präsidenten war nur eine Ausrede, denn im selben Jahr war einanderes Werk, zwar nicht in Königsberg selbst, aber in Danzig (b elFr. Sam. Gerhard), erschienen, das mit dem von Jordan und Gott-schall geplanten eine starke Ähnlichkeit hatte, die „KönigsbergerSkizzen" von Karl Rosenkranz, dem Lehrer Jordans und Freundeder gesamten jungen Literatur; dabei konnte man genau so gutfragen, ob es philosophisch oder kritisch oder politisch oder belle-