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Wstisch sei, und Herr Bötticher hätte sich nur zu erkundigen brau-chen, welcher Fachzensor sich denn für dieses Buch zuständig er-kl art habe. Dem angesehenen Kollegen Rosenkranz durfte mannatürlich mit solchen Redensarten von Kompetenz nicht kommen,auch war sein Buch gewiß weit zahmer; Jordan aber war ein jungerSchriftsteller, der sich einbildete, ein Dichter zu sein, dem durfteman das Vorwärtskommen ungestraft so schwer wie möglichmachen. Und diese Absicht wurde auch vollkommen erreicht: derGeheime Regierungsrat Jachmann dürfte sich gehütet haben, ein vonvornherein so gebrandmarktes Manuskript für geeignet zum Druckzu erklären, und dieses Jugendwerk von Jordan und Gottschall istnie erschienen. Ein auswärtiger Verleger konnte schwerlich miteinem Buche etwas anfangen, das dort, wo es das meiste Interessefinden mußte, zweifellos verboten worden wäre, und diesen Verlusthätte die noch nicht vorhandene Berühmtheit der beiden jugend-lichen Verfasser nicht wettgemacht.
Nach dieser Erfahrung mit der heimatlichen Zensurbehörde sahJordan, daß seines Bleibens in Königsberg nicht lange mehr seinwürde. Wie vorsichtig man mit jeder scharfen Bemerkung seinmußte, erzählt wiederum Freund Gottschall: „Jordan hatte in einemRestaurant ein Gedicht deklamirt, durch welches sich ein geradedurch den Saal gehender Offizier beleidigt fühlte. Dieser forderteden Dichter, als dessen Sekundant ich eintrat. Während ich indeßmit demjenigen des Gegners die Waffen prüfte, war eine Verständi-gung durch irgendwelche wohlwollende Vermittlung eingetreten,die um so leichter erscheinen mußte, als ja eine persönliche Beleidi-gung in keiner Weise beabsichtigt worden war. Doch gerade die Offi-ziere zeigten damals große Empfindlichkeit gegenüber jeder Lebens-äußerung der liberalen Parteien. Durch jeden Widerspruch gegendas unumschränkte Königtum glaubten sie zur Abwehr herausge-fordert zu sein."
Den beiden jungen Schriftstellern wurde der Königsberger Bodenheiß unter den Füßen. Den Jüngern ereilte zuerst sein Schicksal; erwurde auf willkürlichen Verdacht hin relegiert und mußte Königsbergim Mai 1843 verlassen. Im selben Monat, am 6. Mai, schrieb auchJordan sein schönes Gedicht „Abschied von Königsberg", das, ganzim Tone Herweghs, den tief empfundenen Dank für das zum Aus-druck bringt, was ihm „des Nordens Rütli" in den entscheidendenJahren seiner Jugend gewesen ist:
Leb wohl, 6 Königsberg! aus voller SeeleNimm deines Sohnes tief empfundnen DankUnd das Gelöbnis, daß er nimmer fehleDem Ideal, das hier sein Herz durchdrang.