Allgemeine Krankenhäuser; Verwaltung. 875
riete Wäschemenge bewältigt werden kann. Andernfalls muss durchNeuanschaffung von Maschinen oder durch Mehranstellung von Personaldas Missverhältniss aufgehoben werden; jedenfalls sollte der Wäsche-bestand und der Wäschewechsel nicht unter gewisse oben angedeuteteNormzahlen sinken 1 ).
Was die Reinigung der Kleider und der Wäsche der Angestelltenund im Hause wohnenden Personen betrifft, so soll die Verwaltung diesemit waschen und besorgen lassen. So kann man am ehesten die drin-gend wünsch enswerthe, bis in die untersten Kleidungsstücke gehendeSauberkeit bei den Angestellten erzielen. Und die Verwaltung hat dieVerpflichtung, den Reinlichkeitssinn des Personales in jeder Weise zufördern.
Von den im Krankenhaus angestellten Personen wird meist nurdem Pflegepersonal und den Hausdienern die Bekleidung geliefert undvon den Waschstücken nur einzelnes. Im grossen Leipziger Kranken-haus z. B. bekommt die eintretende Pflegerin 2 fertige Kleider, einbesseres und ein schlechteres; ausserdem wird ihr sogleich zu einemdritten neuen Maass genommen, das also das beste, die erste Garniturdarstellt. Dazu erhält sie 3 weisse und 4 blaue Schürzen und 2 Pflege-rinnenhäubchen. Alle übrigen Bekleidungsgegenstände hat sie selbstmitzubringen. Dem Hausdiener werden bei seinem Dienstantritte 6 An-züge geliefert, 3 aus Tuch, 3 aus Drillich verfertigte. Dazu erhält er6 Schürzen und 3 Mützen.
Zweckmässigerweise sollten alle im Krankenhause angestelltenund mit den Kranken in Berührung kommenden Personen besondereAnzüge oder wenigstens lange Mäntel erhalten. Eine Verschleppung vonKrankheiten im Krankenhause selbst oder auf die Angehörigen derBeamten ist sonst gar zu leicht möglich.
Das Beköstigungswesen.
Nicht geringe Schwierigkeiten werden der Verwaltung gerade durchdie Beköstigungsfragen gemacht; sicher lässt sich mit Recht der Satzaufstellen, dass über nichts so viel in Krankenhäusern geklagt wird alsüber die Ernährung.
Aus diesem wichtigen Capitel der Bespeisung der Krankenhaus-insassen sollen hier nicht die Grundsätze der Ernährung kranker undgesunder Personen besprochen werden, sondern vielmehr die wirtschaft-lichen Einrichtungen auf diesem Gebiete, die Beschaffung der Nahrungs-mittel, die Ermittelung des Bedarfes, die Vertheilung der Speisen undähnliches.
'Zweifellos ist die Uebernahme des Beköstigungs- und Küchenbetriebesin eigene Verwaltung einem Krankenhause mehr zu empfehlen als die
a ) Man nimmt die Gebiauchszeit für ein Stück Wäsche auf ungefähr 5—6 Jahrean, wenn es nicht zu schlecht behandelt wird.