Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
870
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870 . Curschmann und Eggebrecht,

angebrachtesten und verwerfen die aus Segeltuch, Filz, Bindfaden alszu heiss.

Einen Unterschied zwischen Tag- und Nachthemden zu machen, istnicht nöthig.

Die Wahl des Stoffes ist schwer nach wissenschaftlichen Grund-sätzen anzugeben; die Entscheidung wird wohl meist durch Gesichts-punkte persönlichen Geschmackes und des Geldbeutels gegeben. Wasdie Ausstattung des einzelnen Kleidungs- und Wäschestückes anlangt, sosoll mehr das Anbringen von Bändern als Knöpfen durchgeführt werden.Die Brauchbarkeit für Menschen verschiedener Körperform und auch fürdie Krankenpflege selbst wächst jedenfalls dadurch.

Im Allgemeinen werden alle Bekleidungsgegenstände in 3 Grössenhergestellt.

Das Einschleppen von Privatbekleidungsstücken muss, wie gesagt,streng untersagt und durch häufiges Gontroliren auf der Station hintan-gehalten werden. Allein die auf der Privatabtheilung befindlichen Pa-tienten haben das Recht eigene Kleidung und Wäsche zu tragen, auf derallgemeinen Abtheilung nur auf ausdrückliche ErJaubniss des Chefarztes.

Von Bettwäsche und Lagerungsmitteln muss für das Bett eines Er-wachsenen vorhanden sein:

1. Bettgestell,

2. Matratze und Schoner

3. Bettlaken,

4. Kopfkeilkissen mit Bezug,

5. Ein weiches Kopfkissen mit Ueberzug,

6. Flanelldecke mit Ueberzug.

Von den Bettgestellen sind die eisernen am meisten zu bevorzugen;von den Matratzen die Stahlfedermatratzen mit auswechselbaren Einzel-theilen. Darauf kommt eine am besten 3theilige Matratze aus Seegrasoder Rosshaar oder einem billigeren Ersatzmaterial. In allerletzterLinie und nur in Nothfällen greife man zu Strohsäcken.

Bettvorlagen, ferner die Federn zu Betten und Plumeaus sind ambesten zu meiden. Die Zudecken mögen aus einer Fries- oder Flanell-decke bestehen, die zur kühleren Zeit durch eine zweite verstärkt Avird.

Für Unterlagen aus Gummi und aus anderen Stoffen ist ebenfallszu sorgen.

Was Tisch- und Wirthschaftswäsche anlangt, so sei hier erwähnt,dass Tischtücher nur in der Privatabtheilung anzuschaffen sind und dassauf den anderen Krankenabtheilungen Esatz durch waschbare Stoffe,etwa Linoleum, Wachstuch oder Aehnliches geschafft werden kann.

Bezüglich der Servietten ist zu bemerken, dass sie zwar zurReinhaltung der Anzüge sehr werthvoll sind, fast nirgends aberausgegeben werden. Die Wäschekosten wachsen durch diesen Gegen-stand nicht wenig, wenn er in genügender Anzahl für alle Krankeangeschafft werden sollte. Man gebe aber jedenfalls an die Sta-tionen, welche Schwerkranke oder Gelähmte oder andere in Fragekommende Kranke, aufnehmen sollen, einzelne Mundtücher zur Be-nutzung aus.

Die Handtücher auf den Stationen sollen in recht grosser Menge