Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
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860
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860 Curschmann und Eggebrecht,

widmen sollen. Dafür wird den Aerzten fast überallfreie Station"gewährt, also unentgeltlich überlassene Wohnung mit Beleuchtung, Mo-biliar und Bettwäsche, ferner Beköstigung und Bedienung. An vielenKrankenhäusern wird auch ein mehr oder weniger reichlicheres Taschen-geld zugebilligt. Eine zu weit getriebene Sparsamkeit, auch in diesemPunkte, bei der Anstellung und Versorgung der Assistenzärzte, mögenwir nicht vertheidigen. Immer hat es sich zweckmässiger erwiesen,nicht nur die gerade zum Leben nothwendigen Calorien in der täglichzu reichenden Nahrung zu gewähren. Hon sollte nicht nur dem Magendas eben Nothwendige reichen, sondern noch etwas mehr, was derStimmung und Arbeitsfreudigkeit zu gute kommt. Aus einem gleichenGrunde befürworten wir .auch bei Klagen über zu häufiges oder zu langesAusgehen der Assistenzärzte selbstverständlich sollte ihre dienstfreieZeit keiner Controle unterliegen, die Ursache in einer gewissen Ver-nachlässigung der Beköstigung oder der übrigen Lebenshaltung zu suchen.Wir stehen nicht an, als das beste Mittel, die jüngeren Herren zu Hausezu halten, darin zu empfehlen, die Lebensverhältnisse im Hause behag-licher und anziehender zu machen, so weit, wie es nur bei nicht zugrossen Ansprüchen angängig erscheint. Man gebe den wirklich meistmit Arbeiten und Verantwortlichkeiten aller Art beladenen Herren, diein Folge ihres Alters doch berechtigte Ansprüche an das Leben stellen,nicht nur eine Reichlichkeit und Abwechslung der Speisekarte, wie siein anderen Berufen als übertrieben gelten müsste, sondern man liebe dieAnnehmlichkeiten des Krankenhauslebens, wie in englischen und ameri-kanischen Hospitälern, durch einen gewissen Oomfort der Lebenshaltung,durch Gewährung eines Casinolebens mit Bibliothek und Lesezimmer,Billard, Bäder, gut eingerichtete Wohnungen.

Ueber verschiedene Pflichten und Obliegenheiten, die die Assistenz-ärzte zu befolgen haben, wird bei der Schilderung einzelner Betriebszweigeabgehandelt werden.

Verwaltung und AVarte- und Pflegepersonal.

Nicht gering ist das Interesse der Verwaltung an einem zuverlässi-gen-, opferfreudigen und geschulten Pflegepersonal. Das Thun und Lassendieses Factors im Krankenhausbetriebe beeinflusst die Ausgaben und ge-sammten Wirthschaftsverhältnisse ganz besonders. Auch die Erfolgeder ärztlichen Thätigkeit sind direct von der Qualität des Wartepersonalesabhängig, nicht minder das Behagen der Kranken selbst.

Trotz dieser anerkannten Wichtigkeit des Pflegepersonales hörenwir aller Orten Klagen einerseits ' der Verwaltungen über das Personalund andererseits der im Pflegeberuf stehenden Personen über ihre ge-sammten Lebensverhältnisse im Krankenhause. Dabei sinkt bei uns inDeutschland das Angebot an solchen, welche sich dem Pflegeberuf imKrankenhause widmen wollen, immer mehr; der Zuwachs gar aus ge-