Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
826
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826 F. Kuppel,

küchc hergestellt werden, sodass sie in allen Theilen gründlich gc- 'spült und auch mit desinficirenden Flüssigkeiten abgewaschen werdenkönnen. Die Lüftungsvorrichtungen sollen reichlich und jederzeit sehrwirksam sein.

Für die Vernichtung von Gegenständen (verbrauchten Verbandstoffen,alten, unbrauchbaren Matratzen) empfiehlt es sich, einen besonderenVerbrennungsofen in einem eigenen Raum aufzustellen, welcher an dieDesinfectionsanstalt angeschlossen werden kann, jedenfalls aber vonanderen Räumen vollständig isolirt sein muss.

Da in jedem Krankenhaus ein regelmässiger Bedarf an Eis vorhan-den ist, der durchschnittlich auf Yio CDnl P ro J anr unc ' Kranken anzu-nehmen ist, so sind auch, falls nicht etwa das Eis von ständigen Liefe-ranten bezogen werden kann, besondere Räume zum Aufbewahren etwaeines Jahresbedarfs vorzusehen. Hierzu eignen sich im Allgemeinennicht Kellerräume in Krankengebäuden selbst, sondern besondere Eis-häuser, die in verschiedenartigster Weise erbaut werden können.Anstatt der früher üblichen, unterirdischen Anlagen werden zur Zeitmeistens oberirdische Gebäude mit doppelten, massiven oder Fachwerks-oder Holz-Wänden und ebensolchen Decken hergestellt, deren Hohl-räume durch Isolirmaterialien ausgefüllt werden.

Der Zugang zum Eishaus erfolgt am zweckmässigsten von der Deckeaus, oder im oberen Theil der Wände. Der Fussboden muss mittelsteines AVassergeruchverschlusses an das Siel angeschlossen sein, umdas Schmelzwasser abzuführen.

Mit dem eigentlichen Eisraum werden auch öfters Kühlräumc fürFleisch und sonstige Lebensmittel verbunden.

Das Eishaus wird zweckmässig durch Umpflanzung von Buschwerkvor der Einwirkung der Sonnenstrahlen geschützt.

7. Das Leichenhaus.

Für die Unterbringung von Todten genügt bei einem kleinen Kranken-haus eine kleine Todtenkammer, die neben dem Waschhaus, aber voll-ständig isolirt und nur von aussen zugänglich angeordnet werden kann.Je nach der Grösse und den besonderen Zwecken einer Krankenanstaltwird mit dem Leichenraum noch eine kleinere oder grössere Zahl andererRäume verbunden, z. B. ein besonderer Einkleide- und Aufbahrungsraum,ein Secirzimmcr, Laboratorium für mikroskopische, chemische, bacterio-logische und sonstige Untersuchungen, Ställe für Versuchsthiere, einKapellenraum, noch mit Nebenräumen, u. s. w. In solchen Fällen, wonoch andere Räume zu dem Leichenraum hinzukommen, ist es zweck-mässig, ein besonderes Leichenhaus zu errichten.

Der Leichen-Aufbewahrungsraum soll kühl sein, daher möglichstnach Norden und in einem Kellergeschoss liegen, aber auch heizbar sein.Wände, Decken und Fussboden sind massiv und abwaschbar herzustellen.Behufs gründlicher Spülung durch einen Spritzschlauch muss in dem