Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
827
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Allgemeine Krankenhäuser; Balltechnik. 827

Raum Wasserleitung vorhanden, und der Fussboden mit Sielablluss ver-sehen sein.

Eine ähnliche, aber entsprechend angemessene Ausbildung ist demSccirraum zu geben, der mit dem Leichenraum in directer Verbindung(durch Aufzug) stehen muss. In dem Secirraum ist für eine guteund reichliche Beleuchtung durch Nord-, oder auch durch Deckenlicht,sowie für eine kräftige Lüftung zu sorgen. Der im Fussboden anzu-legende Ablaufrost wird zweckmässig so eingerichtet, dass die Ab-flüsse vor dem Eintritt in das Siel desinficirt werden können. Zu-leitungen für warmes und kaltes Wasser dürfen nicht fehlen.

Die für den Leichendienst bestimmten Räume und Arbeitszimmersind von den dem Publikum zugänglichen Räumen (Kapelle, Morgue) sozu trennen, dass der Verkehr beider Gruppen sich nicht berührt.

8. Wasserversorgung und Entwässerung.

Die Wasserversorgung eines Krankenhauses muss bereits bei derWahl des Grundstücks gesichert sein. Der Bedarf pro Krankenbett undTag schwankt bei den Krankenanstalten ausserordentlich und beträgt imAllgemeinen zwischen 150 und 600 Liter. Der Verbrauch richtet sich auchwesentlich nach der Art der Wasserversorgung und der Wassergewinnungund wird, abgesehen von besonderen Verhältnissen, bei dem Vorhanden-sein einer öffentlichen Wasserleitung und bei reichlich angelegten Wasscr-ontnahmestellen wesentlich höher sein, als bei der Wasserversorgungmittelst Brunnen. In letzterem Fall muss das Wasser durch Hand- oderMaschinenkraft in hochgelene Reservoirs gepumpt und von dort den ein-zelnen Entnahmestellen zugeführt werden. Die Brunnen sind am bestenals tiefgebohrte Röhrenbrunnen herzustellen, aber vor Verunreinigungensicher zu schützen. Die Wasserversorgung soll sich auch auf die' Her-stellung von Hydranten für die Besprengung der Gartenanlagen, sowieauf Einrichtungen für Feuerlöschzwecke erstrecken.

Die Entwässerung eines Krankenhauses bereitet, wenn .eine öffent-liche Sielleitung alle Verbrauchswässer und Fäkalien aufnehmen kann,keinerlei Schwierigkeiten. Jedoch wird in solchen Fällen häufig einemechanische oder chemische Klärung der Abwässer vor dem Eintritt indas Siel gefordert, für welche verschiedene Methoden zur Anwendung ge-kommen sind. Eine sichere und vollständige Vernichtung aller Bacterienist jedoch bis jetzt in keinem Fall erreicht worden. Werden die ge-klärten Abwässer von einem grösseren Flusslauf aufgenommen und sehrverdünnt (nach Knauff um das Fünfzigfache), so werden im Allgemeinenkeine Bedenken gegen eine solche Entwässerung zu erheben sein.

Eine Unschädlichmachung der Krankheitskeime wird in sichererWeise durch Rieselfelder erreicht, die indessen nicht in einer die Luft-verhältnisse des Krankenhauses beeinträchtigenden Nähe liegen dürfen.

In beiden vorgenannten Fällen wird man zweckmässig die Leitungen