Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
824
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824 F. Ruppel,

Der wirtschaftliche Betrieb eines Krankengebäudes erfordert dieAnlage einer Koch- und Waschküche, und mit einem Kessel- undMaschinenhaus, ferner eine Desinfcctionseinrichtung, sowie je nach denbesonderen Verhältnissen einen Verbrennungsofen, ein Eishaus, Remisenund Stallungen.

Die zu der Kochküche gehörigen Nebenräume bestehen gewöhn-lich aus der Spülküche, dem Gemüseputzraum, dem Anrichte- und Aus-gaboraum, den Vorrathsräumcn, den Speiseräumen für das Personalund Mädchenzimmern. Die Zahl und die Grössenvcrhältnisse dieserRäume richten sich natürlich nach dem Umfang der Krankenanstalt,nach der Art des Betriebs (Dampf-Kochküche oder Localfeuerung) u. a.

Die Küchenräume müssen im Interesse einer möglichsten Saubcr-haltung gut beleuchtet, ausserdem mit kräftigen Lüftlingeinrichtungen(auch mit Frischluft-Zuführung) versehen sein. Decken und Fussbödcnsind gegen die Eimvirkungen des Dampfes und der feuchten Nieder-schläge massiv herzustellen, die Wände mit Ocment zu putzen oder mitglasirten Steinen zu verblenden. Der Fussboden erhält behufs leichterund gründlicher Spülung directen Anschluss an das Siel mittelst Ab-laufrost.

Für eine gute Lüftung der Kochküche ist eine reichliche Höhevorteilhaft.

Die zur Aufbewahrung von Speisen dienenden Räume müssen kühlund nach Norden gelegen sein.

Die Waschküche sollte in allen Fällen sowohl von der Koch-küche, als auch von allen anderen Räumen streng abgesondert, also ineinem eigenen Gebäude, oder mit der Desinfection, dem Kesselhausoder einem Stallgebäude zusammen untergebracht werden.

Während man sich in kleinen Krankengebäuclen oft auf einenRaum beschränkt, steigert sich der Raumbedarf und die Grösse derRäume je nach dem Umfang des Krankenhauses, so dass beispielsweisein grossen Anstalten etwa die folgenden Räume erforderlich sind: einRaum zum Abliefern und Aussuchen der schmutzigen Wäsche, dieeigentliche Waschküche, ein Trockenraum oder Trockenboden mitTrockenmaschinen, ein Mangel- und Bügelraum, eine Flickstube, einWäschemagazin, ein Wäsche-Ausgaberaum, Wohnung für die Oberwäsche-rin und Schlaf- und Speisezimmer für das Personal.

Die eigentlichen Waschküchenräume müssen derart hergestellt wer-den, dass die Wäsche bei ihrer Reinigung einen ununterbrochenen Gangzu machen hat, und die gereinigte Wäsche mit der schmutzigen nirgendswieder in Berührung kommt. Ferner dürfen diese Räume ebenso, wiediejenigen der Kochküche von vornherein nicht zu beengt angelegt wer-den, namentlich wenn eine spätere Erweiterung des Krankenhauses nichtausgeschlossen ist, da die mehr oder weniger geschlossene Anordnungderselben eine Vergrösserung der Räume schwierig macht, ausserdemaber der Betrieb durch eine gewisse Weiträumigkeit erleichtert wird.

Der Waschraum muss hell und mit guten Lüftungseinrichtungen