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1 (1899)
Entstehung
Seite
815
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Allgemeine Krankenhäuser; Bautechnik. 815

In jedem Operationssaal sind Waschbecken für kaltes und warmesWasser anzubringen. Dieselben müssen ohne Verkleidung und in allenTheilen leicht zugänglich sein, um Reinigungen leicht ausführen zukönnen. Für die Waschtischplatten eignet sich am besten Rohglas,.Milchglas, Porzellan, Schiefer, Materialien, welche auch für Wandborteund andere Einrichtungsgegenstände des Operationssaales passende Ver-wendung finden.

Für die künstliche Beleuchtung sollte, wenn irgend thunlich, nurelektrisches Licht gewählt werden, da Gaslicht bei Chloroform-Narkosengefährlich werden kann und daher stets nur mit Abzugsvorrichtungenfür die Verbrennungsgase einzurichten ist. Bei elektrischer Beleuchtungverwendet man am besten Glühlichtlampen, von denen mehrere Bündelan der Decke angebracht werden können. Diese erhalten Reflcclions-schirme, um das Licht auf das Operationsfeld zu werfen. DurchVorrichtungen zum Anschluss an die elektrischen Leitungen lassen sichforner leicht tragbare, elektrische Lampen herstellen oder kleine Motoren,Elektrisirtische in Betrieb setzen.

g) Die Nebenräume des Operationssaales.

Der Operationssaal bedarf in den meisten Fällen noch verschie-dener Nebenräume, deren Zahl und Grösse von dem jeweiligen Bcdüvf-niss abhängig ist.

Wenn ein besonderer Apparaten-Raum mit Giasschränken für In-strumente, Bandagen und Verbandstoffe vorgesehen wird, so mussdieser in unmittelbarer Verbindung mit dem Operationssaal stehen. Indemselben können auch die Sterilisirungs-Apparate untergebracht werden,welche sich sonst im Operationssaal selbst oder in nächster Nähe des-selben befinden müssen.

Auch für Vorbereitungen zur Operation und für Chloroformirungenwird öfters ein besonderes Zimmer vorgesehen, das sich ebenfalls un-mittelbar an den Operationssaal anschliessen muss.

Bei Anlage eines Wartezimmers zum Entkleiden und Waschen desKranken ist darauf zu achten, dass von dem Operationssaal kein Schallin dasselbe dringen kann. ,

Je nach der Grösse eines Krankenhauses und den örtlichen Anfor-forderungen treten als weitere Nebenräume zu den genannten nochWärterzimmer, Ruheräume, Zimmer für Verbandstoffe, für Aerzte u. s. w.

Die Gesammtanordnung dieser Räume muss derart sein, dasssich die Wege der Operirten und der zu Operirenden nicht kreuzen,und besonders der Transport derselben leicht von Statten gehen kann.Für letzteren Zweck müssen auch Treppen möglichst vormieden oderdurch Rampen ersetzt werden.