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1 (1899)
Entstehung
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811
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Allgemeine Krankenhäuser; Balltechnik. 811

welcher die schmutzige Wäsche nach dem KeJlcrgeschoss in besondereBehälter, Blech-oder Drahtkästen, befördert wird. Diese Abwurfschächtemüssen glatte, leicht abwaschbare Wandungen aus Glas, glasirten Steinen,oder geglättetem Cementputz mit Emaüfarbcnanstrich erhalten, oderaus glasirten Thonröhren hergestellt und behufs guter Lüftung bis überDach geführt werden. Immerhin ist es nicht ausgeschlossen, dass durchsolche, selbst mit grösster Sorgfalt angelegte Abwurfschlote den Kranken-räumen Krankheitskeime in Staubform oder schlechte Dünste zugeführtwerden, zumal eine gründliche Reinigung immer mit Schwierigkeiten ver-bunden sein wird.

Die infectiösc Wäsche muss von gewöhnlicher unreiner Wäsche ge-trennt und möglichst bald nach aussen befördert werden. In demKrankenhaus Hamburg-Eppendorf sind hierfür im Olosetvorraum Abwurf-schächte in der Aussenmauer angebracht, welche in einen verschliessbarenKasten unter Erdgeschoss münden. Dieser letztere kann durch eine Thürin der Aussenmauer entfernt werden.

Die vielfachen Uebelständo, welche mit dem Aufbewahren und Be-fördern der schmutzigen, namentlich aber der infectiösen Wäsche ver-bunden sind, werden im Allgemeinen vermieden, wenn in den Pavillonsbesondere Desinfectionsapparate in einem besonderen Räume vorgesehenwerden, wie dies z. B. in dem Krankenhaus Moabit und anderen An-stalten geschehen ist. In dem betreffenden Desinfectionsraum befindetsich ein Kochfass, dessen Laugeninhalt durch eine Dampfrohrschlangeam Boden zum Kochen gebracht wird. Das Kochen, welches eine ge-wisse Zeit andauern muss, wird von dem Wärterpersonal besorgt, sobalddas Fass gefüllt ist. Auf diese Weise wird die schmutzige Wäschenach Gebrauch sofort unschädlich gemacht. Auch für das Auskochenund Spülen von Bettschüsseln, Speigläsern und sonstigem Geschirr istein kupferner, verzinnter Kessel vorhanden, welcher durch eine Dampf-schlange geheizt wird und an die Wasserleitung angeschlossen ist.

Ein solcher Desinfectionsraum ist zweckmässig durch einen lüftbarenVorraum zugänglich zu machen und mit guten Lüftungseinrichtungen,sowie mit einem Zugang von aussen zu versehen, um die Wäsche direktaus dem Raum ins Freie befördern zu können. Wände, Decken undFussböden sind abwaschbar, wie im Spülraum, herzustellen. Im Fuss-boden muss ein Sielabfluss vorgesehen werden.

/) Ausgüsse, Aufbewahrung von Gcräthen, Bettschusseln.

Ausgüsse zum Entleeren von Bettschüsseln, Speigläsern u. dgl. sind,wenn ein Desinfectionsraum in der Kranken-Abtheilung vorhanden ist,in diesem zweckmässig anzubringen, während sonst der Abort-Vorraumhierfür der geeignetste Ort ist. Dieselben müssen mit Zuleitungen vonKalt- und Warmwasser versehen und in den umgebenden Wandflächenmit glasirten Steinen verkleidet werden. Als Material eignet sich fürdie Ausgussbecken am meisten Porzellan, emaillirtcs Steingut oder auchemaillirtes Gusseisen.