Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
810
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810 F. Ruppel,

Fliesen hergestellt werden, während die Wände mit Ccment zu putzenund mit Oel- oder Emailfarbe zu streichen sind. Besser ist eine Ver-kleidung der Wände mit glasirten Steinen wenigstens bis zu einer Höhevon 1,502,0 m. Nothwendig ist eine solche Verkleidung in den Wand-iläehen um den Spültisch, doch kann diese auch aus Schiefer, Glasund Marmor hergestellt werden.

Auf eine gute, direkte Beleuchtimg, die bei diesem Raum in älterenCorridorgebäuden oft sehr vernachlässigt ist, muss besonders im Interesseder Sauberkeit grosses Gewicht gelegt werden. Desgleichen ist für einegute Lüftung zu sorgen, damit sich nicht Dünste aus diesem Raum überdas Gebäude verbreiten.

Die Einrichtungsgegenstände der Spül- und Theekücke bestehen imWesentlichen aus dem zwei- oder mehrtheiligen Spültisch aus verzinntemKupfer, emaülirtem Thon oder Gusseisen mit Zuleitungen für warmesund kaltes Wasser. Derselbe muss frei auf Wand-Consolen oder aufeinem Eisengestell stehen, wenn möglich auch abnehmbar sein. Fernerist ein Geschirrschrank erforderlich, welcher zugleich auch Wärmschrankfür Speisen sein kann und daher mit Wärmvorrichtungen (Heizungs-rohren) versehen sein muss. Mit demselben lässt sich auch zweck-mässig ein Wasserkochkessel (bain-marie) verbinden.

Für Unterbringung von Geschirr und Geräthen sind Consolbörterund Aufhängevorrichtungen, zum Anrichten der Speisen ein Anriehte-.tisch, zum Kühlen von Speisen und Getränken ein Eisschrank, des-gleichen für Arzneien ein Schränkchen, vielleicht auch ein Vorraths-schrank, ausserdem ein Ausguss vorzusehen.

IF) Einrichtungen zur Aufbewahrung reiner und zur Beförderung schmutziger Wäsche.

Für die reine Wäsche, von welcher in jeder Kranken-Abtheilungein gewisser Vorrath stets zur Hand sein muss, ist am besten ein be-sonderer Raum vorzusehen, in welchem die Wäsche möglichst luftig aufLattengesteilen zu legen ist. Indessen begnügt man sich in den meistenFällen mit der Aufstellung eines oder mehrerer Schränke in den Oorri-doren, in einem Vorraum oder im Wärterzimmer, im Krankensaalselbst darf ein Wäscheschrank nicht stehen, noch weniger aber in derNähe des Aufbewahrungsorts für schmutzige Wäsche.

Für letztere sollten besondere Räume nicht angelegt werden, umnicht Gelegenheit zu geben, schmutzige Wäsche in grösserer Menge undlängere Zeit anzusammeln. Die Salubrität einer Kranken-Abtheilungfordert vielmehr, dass die schmutzige Wäsche möglichst schnell entferntund nach der Waschküche oder der Desinfectionsanstalt gebracht werde.Da jedoch eine sofortige Beförderung nur selten möglich ist, so musswenigstens für eine einstweilige Unterbringung in der Kranken-Abtheilungoder im Gebäude Sorge getragen werden. Hierzu können, wie imKrankenhaus am Urban in Berlin, eiserne, verschliessbare Kästen dienen,die in dem Abort-Vorraum aufzustellen sind. Vielfach sind Ab-wurfschächte in der Nähe des Krankensaals im Gebrauch, mittelst

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