Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
812
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812 F. Ruppel,

Im Interesse einer guten Ordnung und Reinlichkeit muss auch fürdie kleineren Geräthe, Bettschüsseln, Reinigungsutensilien und Feuer-löschgeräthe ein bestimmter und passender Aufbewahrungsort ge-wählt werden. Dies kann in Schränken oder schrankartigen Wandnischenauf Corridoren, Vorplätzen oder im Abortraume geschehen. DieSchränke sind mit Schiebethüren, oder auch mit Glasthüren zu ver-sehen und gut zu lüften. Grössere Geräthe, wie Tragbaren, Betten-wagen, Fahrstühle u. s. w. werden am besten, falls nicht in irgendeinem Nebenraum ein geeigneter Platz vorhanden ist. ausserhalb derKranken-Abtheilung oder des Gebäudes untergebracht, da dieselben aufCorridoren und Vorplätzen meistens sehr störend sind.

x) Aufzüge.

In mehrgeschossigen, grösseren Krankengebäuden bedarf man in derRegel eines oder mehrerer Fahrstühle zur Beförderung von Kranken,Leichen, Speisen. Dieselben können durch Wasser oder Maschinen-kraft und auch mit der Hand betrieben werden.

Der Fahrstuhl für Krankenbetten oder Bahren muss eine Längevon ca. 2,50 m und eine Breite von ca. 1,50 m haben, so dass nebendem Bett noch 1 oder 2 Wärter stehen können. Fahrstuhlschächte sindam Oorridor möglichst in der Nähe des Eingangs oder des Operationsraumes,falls sich letzterer in einem oberen Geschoss befindet, anzuordnen undausreichend zu beleuchten und zu lüften, auch durch selbstthätigeSicherheitsthüren abzuschliessen. Der Fahrkorb wird zweckmässig ausEisenblech hergestellt und mit Emailfarbenanstrich versehen, um leichtund gründlich gereinigt werden zu können.

f) Der Operationsraum.

Nächst dem Krankensaal ist der wichtigste Raum eines Kranken-hauses der Operationsraum, der in grösseren und mittleren Anstalteneinen nothwendigen und selbständigen Bestandtheil derselben bildet, inkleineren Anstalten aber auch mit einem anderen geeigneten Raum(Zimmer des Arztes) verbunden werden kann.

Für grössere Hospitäler werden in der Regel mehrere Operations-räume mit einer Anzahl von Nebenräumen erforderlich und zwar fürverschiedene chirurgische Krankheiten. Wo dies der Mittel wegen nichtangängig ist, sind wenigstens zwei Operationssäle für septische undaseptische Kranke anzulegen, während ausserdem noch in der Diphtherie-Abtheilung ein weiteres Operationszimmer für plötzlich vorzunehmendeOperationen vorgesehen werden sollte.

Je nach der Grösse und dem Bausystem eines Hospitals kann esempfehlenswerth erscheinen, ein besonderes Operationshaus zu errichten,das möglichst im Mittelpunkt der chirurgischen Abtheilung liegen mussund mit Rücksicht auf einen geschützten Transport der Kranken vonund nach den chirurgischen Pavillons mit diesen letzteren durch ge-schlossene Gänge verbunden werden kann. (Vgl. den Grundriss der