Allgemeine Krankenhäuser; Balltechnik. 801
e) Die Nebenräume des Krankerisaales.a) Die Einzelzimmer.
Die Zahl der Einzelzimmer, welche bei jeder Kranken-Abtheilungneben dem grösseren, gemeinschaftlichen Krankensaal vorzusehen sind,ist sehr verschieden und nicht nur von örtlichen Verhältnissen, sondernauch von der Ansicht des jeweiligen «massgebenden Arztes abhängig.Die Einzelzimmer sind unentbehrlich zur Absonderung von Schwer-kranken, Tobenden, oder Ekel erregenden Kranken. Auch für zahlendeKranke sind solche vorzusehen, wenn hierfür nicht ein besonderes Ge-bäude oder ein besonderer Gebäudetheil vorbehalten ist. Die Zahl derBetten in den Einzelzimmern schwankt meistens zwischen 1—4 und dasVerhältnis^ der Einzelzimmer-Betten zu den Betten der betreffenden Ab-theilung insgesammt zwischen 1:5 bis 1 : 10.
Die Einzelzimmer sollen weder mit dem Krankensaal, noch untereinander in direkter Verbindung stehen, werden aber zweckmässig inder Nähe des Saales angeordnet.
ß) Der Tageraum.
Der Tageraum soll den Reconvalescenten Tags über als Aufenthalts-raum dienen. Hierdurch wird nicht nur den Genesenden gesundheitlichgenützt, sondern auch den bettlägerigen Kranken mehr Ruhe und bessereLuft verschafft, da diesen in dem entlasteten Krankensaal ein um sogrösserer Luftraum pro Bett verbleibt. Der Tageraum soll ebenso wieder Krankensaal allen gesundheitlichen Anforderungen gerecht werden undvor Allem gute Licht- und Luftverhältnisse bieten. Die Hauptfrontmuss möglichst nach Süden gerichtet und so ausgebildet werden, dassdas Sonnenlicht reichlich in den Raum eindringen kann. Liegt derselbeim Erdgeschoss, so wird man denselben zweckmässig durch eine Thürdirect mit dem Garten in Verbindung bringen, so dass es bei Anlegungeiner Rampe auch möglich ist, einzelne Betten zeitweilig in das Freiezu bringen.
Um dem Tageraum einen wohnlicheren Charakter zu geben, empfiehltes sich, den Fussboden aus Holz (Riemenfussboden) herzusteilen odermit Linoleum zu belegen. Da im Tageraum meistens die Speisen-vertheilung für die Krankenabtheilung vorgenommen wird, so ist der-selbe zweckmässig in direkte Verbindung mit der Spülkücho zu bringenzum becpiemen Transport des Geschirrs, welches in der Spülküche auf-bewahrt und aufgewaschen wird. Auch muss der Tageraum mit demCiosetraum möglichst so verbunden werden, dass die Reconvalescentennicht erst, um zu letzterem zu gelangen, den Krankensaal zu durch-schreiten gezwungen sind.
Die Grösse des Tageraumes ist in den einzelnen Krankenanstaltenoft sehr verschieden. Dieselbe sollte im Allgemeinen nach dem Ver-hältniss der Reconvalescenten zu den bettlägerigen Kranken bemessenwerden, also ungefähr 1 j 5 des Krankensaals betragen, wie dies z. B. in