Allgemeine Krankenhäuser; Bautechnik. 799
zur Erzeugung elektrischen Lichtes oder zum Betrieb von Aufzügen,Koch- und Wascheinrichtungen, Desinfectoren und Trocknereien ver-binden lässt, so hat dieses Heizungssystem im Krankenhausbau bishervor allen anderen ein weites Ausbreitungsgebiet gefunden. '
Bei den neueren, sehr vervollkommneten Constructionen (Syphon-Regulirung) wird ein Rosten der Rohre fast vollständig verhütet unddurch Füllfeucrung und automatische Verbrennungsregler eine continuirlicheHeizung (Dauerbrand) erzielt, die eine Gleichmässigkeit des Betriebs zujeder Zeit und eine grosse Sparsamkeit im Verbrauch von Brennstoffsichert.
Durch Vereinigung der Dampf- und Wasserheizung lassen sichwieder manche besondere Vorzüge erzielen.- So besitzt z. B. die Dampf-Warmwasserheizung eine grosse, räumliche Ausdehnungsfähigkeit beimildem, angenehmen Wärmeeffect; jedoch kommen die Anlagekostendenjenigen einer reinen Warmwasserheizung gleich. Auch'die Dampf-luftheizung, bei welcher eine . grössere Anzahl von Luftkammern voneiner Gentralstelle mittelst Dampf beheizt werden kann, lässt sich aufgrosse Entfernungen ausdehnen. Sie empfiehlt sich besonders für dieVorwärmung frischer Luft, zumal die Anlagekosten nicht hoch sind.
Die Heizkörper sollen im Allgemeinen so in dem Krankensaal ver-theilt werden, dass eine möglichst gleichmässige Erwärmung desselbenerzielt wird. Dieselben müssen eine einfache Eorm und glatte Ober-fläche erhalten, damit sie leicht und gut gereinigt werden können. Ver-kleidungen sind, da sie die Controle über eine gute Reinhaltung er-schweren, ganz fortzulassen oder wenigstens leicht abnehmbar zu machen.Empfehlenswerth sind die Reihenglieder-Heizkörper mit senkrechtenglatten Flächen ohne Verkleidung, sodann auch im Allgemeinen Rohr-schlangen mit glattem Schmiederohr, sofern sie für eine Reinigung leichtzugänglich sind.
Eine besondere Stelle unter den Centralheizungen nimmt die Gas-heizung ein. Bei derselben geht nur das Heizmittel, das Gas, von einerCentrale aus, während die Verbrennung und Wärmeerzeugung eine localeist und einen localen Betrieb erfordert. Die Gasheizung ist zwar viel-fach bereits in Krankenhäusern für einzelne Theile zur Anwendung ge-kommen, indessen gehen die Urtheile über die Bewährung derselbenauseinander. Im Allgemeinen dürften sich die Betriebskosten höher alsbei allen anderen Heizungsarten stellen, ohne dass besondere Vortheile,wenigstens den Centralheizungen gegenüber, erzielt werden.
Das Bestreben, den Krankensaal möglichst gleichmässig und be-sonders an den der Abkühlung am meisten ausgesetzten Stellen zu er-wärmen, hat in neuerer Zeit vielfach Veranlassung gegeben, die im Principschon von den Römern angewendete Fussbodenheizung zur Anwendungzu bringen und zu vervollkommnen, zumal diese Heizungsart den weiterenVorzug hat, dass Heizkörper in dem Krankensaal ganz fortfallen können,und die Lüftung durch den starken Auftrieb der Luft sehr be-günstigt wird.