Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
798
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798 ■ F. Ruppel.

auch wohl im Betrieb billiger sind, als Oentralheizungen. Indessen be-sitzen dieselben den Nachtheil, dass mit der Bedienung der Oefen vielGeräusch und Staubentwicklung verbunden ist, dass dieselben oft rauchen,bei unaufmerksamer Bedienung leicht überhitzt werden können u. s. w.Z. Th. kann man diesen Uebelständen dadurch begegnen, dass die Oefenvom Corridor aus beheizt werden, indessen verbleiben noch immer soerhebliche Nachtheile den Oentralheizungen gegenüber, dass man denletzteren fast in allen Fällen den Vorzug geben sollte.

Die Vorzüge der Oentralheizungen bestehen hauptsächlich in dergleichmässigen, milden Erwärmung der Räume zu jeder Tages- undJahreszeit, unter Fortfall jeden Geräusches, jeder Staubentwickelung undjeder Verunreinigung durch Verbrennungsgase, in der leichten und zwek-mässigen Vertheilung der Heizkörper an denjenigen Stellen des Raumes,wo die Erwärmung am notwendigsten ist (Aussenwände, Fenster-brüstungen, Fussboden), oder wo der Raum am wenigsten benutzt wird,ferner in der leichten Regulirbarkeit der Zimmerwärme auf jeden ge-wünschten Temperaturgrad durch einfaches Stellen eines Ventils odereiner Klappe, desgleichen in der centralisirten geringeren Rauchentwick-lung und der damit verbundenen besseren Reinhaltung der Luft, sowiein der leichten Vereinigung mit einer Lüftungsanlage.

Hierzu kommen vor Allem noch die materiellen Vortheile einessparsamen Betriebs in Folge vollkommnerer Ausnutzung der BrennsLoff-wärme in einer grossen Feuerstelle, sowie in Folge einer leichtenUeberwachung und einfachen Bedienung der .Heizungsanlage.

Von den Oentralheizungen, bei denen als Mittel der Wärmeüber-tragung Dampf, Wasser und Luft, je für sich allein, oder in verschieden-artiger Oombinirung, in Betracht kommen, hat sich die Luftheizung wegenihrer austrocknenden und nicht sehr gleichmässigen Wirkung und wegendes Mangels an strahlender Wärme als wenig geeignet für Krankenräumeerwiesen.

Ebenso sind die Heisswasser- und die Hochdruck - Dampfheizungwegen der zu stark strahlenden Wirkung, ungleichmässigen Erwärmung,Explosionsgefahr, und des starken Geräusches für Krankenräume wenigzu empfehlen.

Dagegen bewirkt die Warmwasserheizung eine sehr milde und an-genehme Erwärmung der Räume und schliesst keine Gefahr der Explosion,wohl aber unter Umständen diejenige des Einfrierens der Rohre beiUnterbrechung der Heizung in sich.

Von allen vorgenannten Uebelständen der Oentralheizungen ist dieNiederdruck-Dampfheizung frei, welche im Uebrigen in ihrer Wirkungder Warmwasserheizung sehr nahe kommt, die letztere aber dadurchübertrifft, dass sie eine weit grössere Ausdehnungsfähigkeit in wageroch-ter Richtung ohne erhebliche Wärmeverluste besitzt und die Beheizung-ausgedehnter Gebaudecomplexe von einer Feuerstelle aus ermöglicht.Da zudem die Niederdruck-Dampfheizung zu den billigeren Oentral-heizungen gehört, und sich mit derselben leicht eine Dampfkraftanlagc