Allgemeine Krankenhäuser; Bautechnik. 789
zugangsthüren in der Axe eines Gebäudes Anwendung finden. Dabei der Verwendung von Holz leicht Risse und Fugen entstehen, soempfiehlt es sich, hölzerne Thür-Laibungen, Bekleidungen und Ver-dachungen ganz fortlassen und anstatt dessen abgerundete Thür-Laibun-gen aus Cementputz oder Glasursteinen herzustellen. Um die Thür leichtabwaschen und reinigen zu können, muss dieselbe in allen Theilen mög-lichst glatt und einfach ohne viel Profilirungen angefertigt werden.Schiebethüren, welche in Pavillonsälen oft mit Vortheil zu verwendensind, dürfen nur offen vor der AYand und nicht in Wandschlitzen laufen.Thürschwellen bieten dem Transport von Kranken Schwierigkeiten undsind deshalb überall zu vermeiden.
Die Fenster eines Krankensaales sollen, um ein Abströmen derobersten. Luftschichten zu ermöglichen, möglichst bis zur Decke hoch-geführt werden. Je grösser die Höhe, um so tiefer kann auch dasSonnenlicht in das Zimmer eindringen. Hierbei verdienen Fenster mitgeradem Sturz den Vorzug vor einem rundbogigen Abschluss.
Die Fensterfläche soll in einseitig beleuchteten Krankenzimmernmindestens 1,5 qm, bei zweiseitiger Beleuchtung mindestens 2 gm proBett oder im Ganzen mindestens 1 / 4t — 1 / s der Zimmerfläche betragen.
Rücksprünge oder Nischen in den Fensterbrüstungen sind wenigempfehlenswerth, falls hier nicht etwa Heizkörper aufgestellt werdensollen.
Die Fenster müssen möglichst gleichmässig über die Wandseitenvertheilt und die äussersten Fenster nahe an den Wandecken angeordnetwerden, um alle Theile und Ecken des Zimmers gründlich lüften zukönnen und stagnirende Luftschichten zu vermeiden.
Für die Laibungen und Ecken der Fensteröffnungen empfiehlt sichdieselbe Herstellungsweise, wie sie bei den Thüren erwähnt ist. Fürdie Abdeckung der Fensterbrüstungen (Fensterbänke) eignet sich ambesten Schiefer, Marmor, Cementputz u. dgl.
Die Fenster selbst werden in der Regel aus Holz herzustellen sein;wo indessen die Beschaffung schmiedeeiserner Fenster keine Schwierig-keiten macht, verdienen diese bei zweckmässiger Ausbildung aus manchenGründen den Vorzug, namentlich bei grossen Flügeln. SchmiedeeiserneFenster werfen sich nicht und lassen sich besser schliessen und reinhalten, als Holzfenster, auch wird die Lichtfläche durch das Constructions-material am wenigsten geschmälert.
Wenn angängig, so sollten in den Krankenzimmern stets Doppel-fenster angelegt werden, um die Kranken im AVinter vor Zug und Kälte,im Sommer vor Hitze besser zu schützen. Es genügen allenfalls Doppel-fenster bis zur Höhe des Kämpfers. Der obere Theil ist am zweck-mässigsten als Kippflügel einzurichten, wodurch eine gute Lüftung derRäume erzielt werden kann. In den inneren und äusseren Flügeln derDoppelfenster empfiehlt es sich, Luftklappen in verschiedenen Höhenanzubringen. Man kann hierdurch das direkte Einströmen der Luft ver-hindern und die Kranken vor schädlichen Zugwirkungen schützen.