790 F. Kuppel,.
Rouleaux oder seitlich zusammenziehbare Vorhänge dürfen in denKrankenzimmern nicht fehlen, doch können dieselben auch durch ver-stellbare Jalousieen ersetzt werden.
c) Die Lüftung der Krankenräume.
Es ist bereits auf die Nothwendigkeit einer guten Lüftungsanlage,als eines wichtigen Factors für gesunde Verhältnisse eines Kranken-hauses, hingewiesen worden.
Die Reinhaltung der Luft eines Krankenraumes hängt freilich ganzwesentlich von dem Wärterpersonal ab, welches dafür sorgen soll, dassAlles, was die Luft eines Krankenzimmers zu gefährden und zu ver-schlechtern geeignet ist, wie schmutzige Wäsche, verbrauchtes Verband-zeug, Auswurfstoffe u. s. w., möglichst bald entfernt und in den Kranken-räumen das Eindringen, Aufwirbeln oder Ablagern von Staub durchgeeignete Mäassnahmen möglichst verhütet werde.
Trotzdem werden die Ausdünstungen und Ausleerungen der Kranken,die Verbände, Arzneien eine fortwährende Verschlechterung der Luftverursachen und Einrichtungen erforderlich machen, die eine ununter-brochene Abführung der schlechten und Zuführung guter reiner Luft ge-statten. Eine solche Lufterneuerung lässt sich auf natürlichem undkünstlichem Wege erreichen. Der erstere besteht darin, dass man dieLuft durch Thüren, Fenster, Fensterjalousieen und sonstige Oeffnungen inbeliebiger Weise aus- und einströmen lässt. Diese Lüftung ist die ein-fachste und wirksamste und kann überhaupt für eine zeitweilige, gründ-liche Durchlüftung nicht entbehrt werden. Ihre Wirksamkeit ist abhängigvon der Anordnung der Fenster und Thüren, wie von der Anordnungder Räume im Gebäude überhaupt und am günstigsten bei den Pavillon-bauten, wo eine direkte Durchzuglüftung' in der Querrichtung, meistensauch direkt oder indirekt in der Längsrichtung stattfinden kann.
Diese Art der natürlichen Lüftung ist jedoch nicht jederzeit an-wendbar und wegen der mit ihr verbundenen Zugwirkungen für dieKranken unter Umständen gefährlich.'
Es werden daher künstliche Einrichtungen für eine jederzeit sicherfunetionirende Lufterneuerung nothwendig. Dieselben gründen sich ent-weder auf das natürliche Ausgleichungsbestreben zweier Luftsäulen, derenGleichgewicht durch Temperatur-Differenzen gestört ist, oder auf die An-wendung maschineller Kräfte, mittelst welcher frische Luft in die Zimmergepresst oder schlechte Luft aus denselben abgesaugt wird.
Bei der ersteren Art kommen in der Regel einfache Wandkanälezur Anwendung, welche einerseits frische Luft von aussen in die Kranken-räume einströmen, andererseits die verbrauchte Luft abziehen lassen.Die Oeffnungen der Zuluftkanäle befinden sich hierbei meistens in derNähe des Fussbodens, diejenigen der Abluftkanäle in der Nähe derDecke. Jedoch kann diese Anordnung auch umgekehrt erfolgen, inwelchem Fall entweder die frische Luft eingepresst (Pulsion) oder dieverbrauchte Luft am Fussboden künstlich abgesaugt (Aspiration) werden