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1 (1899)
Entstehung
Seite
771
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Allgemeine Krankenhäuser; Bautechnik. 77

zu erschweren, thunlichst eingeschränkt werden und jedenfalls über dreinicht hinausgehen.

Die Corridore dürfen nicht zu schmal angelegt werden, namentlichwenn sie auch als Aufenthaltsräume für dje Reconvalescenten dienen, undmüssen ausserdem überall hell und luftig sein. Mittelcorridore, derenReinhaltung bei nicht genügender Beleuchtung erschwert wird, und derengute Lüftung schwierig ist, sind möglichst zu vermeiden.

Um allen Krankenbetten eine möglichst gleichmässige Zuführungvon Luft und Licht zu sichern, sollten die Zimmertiefen nicht zu grossund jedenfalls nicht wesentlich über 6 Meter bemessen werden.

Da eine Isolirung von Kranken in einem Oorridorgebäude schwerund nur bei besonderen baulichen Einrichtungen, sowie mit grösster Ge-wissenhaftigkeit im Betrieb durchzuführen ist, so sollten Infectionskrankein derartigen Gebäuden nicht aufgenommen, sondern selbst bei kleinenAnstalten in einem isolirten Bau, event. in einer provisorischen Barackeuntergebracht werden.

Ebenso müssen Leichen nicht nur aus hygienischen Gründen, son-dern auch, weil es schon die Rücksicht auf die Gefühle und Empfindungender Kranken erfordert, grundsätzlich von den Krankengebäuden fern ge-halten werden.

Inwieweit es zweckmässig ist, auch die Verwaltungs- und Wirth-schaftsräume in besonderen Gebäuden unterzubringen, wird in jedemeinzelnen Fall zu entscheiden sein. Bei kleineren und selbst mittlerenKrankenhäusern sind bei guter Disposition wesentliche Bedenken gegendie Vereinigung der Krankenräume mit den Verwaltungsräumen, vielleichtauch mit der Kochküche unter einem Dach kaum zu erheben, zumaldiese Vereinigung öconomische Vortheile bieten und den Betrieb erleichternkann. Für grössere Anlagen sollten jedoch besser eigene Gebäude fürVerwaltung und Küche errichtet werden, während die Waschküche inallen Fällen in einem besonderen etwas abgelegenen Gebäude unterzu-bringen ist, von wo die Dünste des Wäschereibetriebs nicht nach denKrankenräumen oder sonstigen bewohnten Theilen des Krankenhausesgelangen können.

Mit der grösseren Decentralisirung der einzelnen Betriebe in beson-deren Gebäuden wird im Allgemeinen der Werth der Oorridorhospitälerwachsen, allerdings auch die Baukostensumme, welche im Uebrigenwesentlich geringer ist als bei Pavillonhospitäler, und daher in vielenFällen für die Wahl des Corridorsystems ausschlaggebend sein wird.

Ausser diesem Vorzug bieten die Corridorbauten den weiteren Vor-theil, dass sich leicht kleinere Krankenabtheilungen in einzelnen Zimmernbilden lassen, die besonders in kleinen Anstalten immer erwünscht seinwerden.

Für grössere Abtheilungen empfehlen sich Säle, die analog denender Pavillons an mehreren Frontseiten Fenster erhalten und deshalbunter Einbeziehung der Corridore in der Regel an die Giebelenden derGebäude zu verlegen sind. (Combinirtes Oorridor- und Pavillonsystem).