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1 (1899)
Entstehung
Seite
769
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Allgemeine Krankenhäuser; Bautechnilc. 769

bäucle einen angemessenen Abstand von einander und es verbleibt nebender bebauten noch genügende Garten-Fläche für den Aufenthalt, und einErgehen der Reconvalescenten im Freien. Natürlich wird ein Kranken-hausgrundstück nur gewinnen, je grösser der Luftraum desselben überdas obige Maass hinaus bemessen werden kann. Bei Corridorkranken-häusern kann man sich mit Rücksicht auf die grössere Concentrirungder Kranken wohl mit einem etwas geringeren allgemeinen Flächenraumbegnügen, doch lassen sich hierfür bei der Mannigfaltigkeit der Anlagenebenso wenig Normalwerthe feststellen, wie für Pavillonhospitäler.

Da in jedem Fall die Möglichkeit einer etwaigen späteren Er-weiterung des Krankenhauses, wenn eine solche nicht von vornhereinaus bestimmten Gründen ausgeschlossen ist, im Auge zu behaltenist, so muss entweder schon bei der ersten Anlage eines Kranken-hauses das Grundstück in der für eine gewisse Erweiterung erforder-lichen Grösse beschafft, oder diese Beschaffung für spätere Zeiten sichergestellt werden. Nur auf diese Weise wird es möglich sein, auch beider erweiterten Anstalt den einheitlichen, organischen Charakter zuwahren, der für einen rationellen Betrieb und gute Uebersichtlichkeitunerlässlich ist.

Empfehlenswerther ist es wohl immer, den Bauplatz von vornhereinfür die endgültig auszubauende Anstalt ausreichend zu bemessen, zumalfür die kleinere Anlage eine verhältnissmässig grosse Fläche nur vonNutzen sein kann, und es erwünscht ist, für besondere Fälle, Epidemienu. dergl. jederzeit Reservefläche zur etwaigen Errichtung von Barackenzu haben.

c) Die Wahl des Bausystems.

Für Krankenanstalten, welche dauernden Zwecken dienen, wird essich bei der Wahl des Bausystems nur um das Corridor- oder Pavillon-system, oder um eine Verbindung beider handeln. Eine Abart dieserSysteme bildet das Barackensystem, welches sich auf eingeschossige Ge-bäude von leichter Bauart in Holz, Fachwerk, Wellblech u. dergl. oderauöh auf Krankenzelte bezieht und in der Regel nur für provisorischeAnlagen in Frage kommt.

Das Princip des Corridorsystem besteht darin, dass die Kranken-räume in einem geschlossenen Bau an einem gemeinschaftlichen Corridorentlang angeordnet und von demselben zugänglich gemacht werden. Inweiterem Sinne bedeutet jedoch dieses System die mehr oder wenigerweitgehende Centralisirung der gesammten Theile eines Hospitals, derKrankenräume sowohl wie auch der Verwaltung, event. auch der Oeco-nomie unter einem Dach.

Im Gegensatz hierzu strebt das Pavillonsystem eine Decentrali-sation der einzelnen Abtheilungen eines Krankenhauses und der Krankenselbst an. Die Bezeichnung gründet sich auf die Bauart der zur Unter-bringung der Kranken bestimmten Gebäude, der Pavillons. Das Charakte-ristische der letzteren besteht im Allgemeinen in dem mehr oder weniger