Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
756
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756 Eschbacher,

und Seelenruhe; sie ist das beste Mittel zur Besserung und sittlichenKräftigungj die meisten der Pfleglinge verlangen auch entweder selbstnach irgend einer Beschäftigung oder es genügt ihnen eine einlacheAufforderung dazu.

Naturgemäss reihen sich dann an die Beschäftigungen im Freien,wie im Innern der Gebäude, an einen derart grossen Häushalt einigekleinere landwirtschaftliche Zweige an, welche leicht einzurichten undzu unterhalten sind und schliesslich ganz ansehnliche Erträgnisse liefern.So ist zur Verwendung der Abfälle aus Küche und Gärten etc. rechtvortheilhaft die Haltung von Schweinen und Geflügel (Hühner, Gänseund Enten) oder auch Hasen (Lapins).

Einen grösseren landwirtschaftlichen Betrieb etwa mit Vieh-haltung, Milchwirtschaft oder Fruchtbau können wir niemals als Auf-gabe einer Pflege-Anstalt ansehen, weil die nöthigen billigen Arbeits-kräfte dazu fehlen müssen, wenn nicht die richtige Vorschriftumgangen wird, wonach jeder wieder erstarkte oder zur Arbeitsfähigkeiteinigeraassen zurückgekehrte Pflegling alsbald zum Selbsterwerb seinesLebensunterhaltes entlassen werden soll. Auch scheint uns dadurch diezulässige Grenze der Aufgabe einer einfach und billig geleiteten undverwalteten Armcnanstalt schon eher überschritten zu sein, um so mehr,als es ja gewöhnlich nicht leicht ist, immer das richtige, gute und ver-traute Hilfspersonal zu bekommen, was mehr und mehr zu den schwie-rigsten Aufgaben des Vorstandes einer solchen Anstalt gehört. Im All-gemeinen soll eine grosse Pflegeanstalt bei richtiger Neuanlage undvorteilhafter Einrichtung nur wenig Bedienstete oder Aufsichtspersonalbrauchen: Etwa 23 Köchinnen, 2 Waschaufseherinnen und zur Be-dienung und Ueberwachung der Bewohner je eines Stockwerkes mit40 bis 50 Pfleglingen nur eine Pllegeperson; macht also für eineAnstalt von 500600 Leute mit zwei Oberwartpersoncn nicht mehrals 18 Bedienstete, deren Wirkungskeis genau abgegrenzt und vorge-schrieben ist.

14. Finanzielle Ergebnisse.

Fragen wir nun nach den bisherigen Darstellungen zum Schlüssenach den praktischen Resultaten, nach den finanziellen Ergebnissen derThätigkeit grosser communalcr Pflege-Anstalten, so lautet die Antwortkeineswegs ungünstig. Was zunächst den eigentlichen Bauaufwand mitEinrechnung des Platzes sammt allen innern Einrichtungen anbelangt,so haben mehrfache Erfahrungen ergeben, dass der betreffende Auf-wand für einen Pflegling nicht höher als 10001200 Mark zu stehenkommt.

Was die Verpflegung als solche betrifft, so sind die Ergebnissein den einzelnen Anstalten noch sehr verschieden. Es schwanken dieVerpflegungssätze im Allgemeinen von täglich 80 40 Pfennig. In derKreis-Anstalt Freiburg, welche in Nähe der Stadt neu erbaut wurde