Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
753
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Sonderanstalten und Fürsorge für Sieche (Kreispflege-Anstalten). 753

im Geviert ist noth'wendig als Aufenthaltsort bei Tag, zum Speichenund arbeiten, daran stossen dann in gleicher Grosse zwei Kranken- oderSchlafsäle an, welche nach dem sog. Pavillonsystem gebaut, von dreiSeiten Luft und Licht erhalten, somit den ganzen Tag unsern wichtigstenLebenselcmcnt.cn directen Zutritt gestatten. Es dürfte solche Art vonSchlafsälen, in welchen ja die halbe Lebenszeit verbracht wird, geradefür die Zwecke solcher Anstalten gegenüber dem alten Corridorsystem,wobei die unreine Luft aus den Sälen in die Gänge und aus diesen ge-wöhnlich wieder in die Säle zurückgetrieben wird, als vorzüglich be-währt anzusehen sein. Für die genannten luftigen Schlaf- oder Kranken-säle mit 68 gegenüberliegenden grossen Fenstern iit Verbindung mitkünstlicher Ventilation genügt die Bestimmung eines Luftraumes von1215 cbm pro Bett, und so vermag ein solcher Saal bequem durch-schnittlich 2530 Betten zu fassen. Grössere Schlaf- und Kranken-zimmer für vorübergehend leicht Erkrankte, Presthafte etc. zeigen sichentschieden billiger zu erstellen, und gewähren sonst wesentliche öcono-mischc Vorthcilc bezüglich der Erwärmung, Beleuchtung und Wartungetc. Für eigentliche schwere, mehr stets bettlägerige, fiebernde,eiternde, störende Kranke kann in jedem der vier grossen Bauten dernach Süden gelegene Saal des 3. Stockes in Einzelzimmer für 1, 2, 3oder 4 Pfleglinge ausgebaut werden. Für Unreinliche, Unartige, zeit-weilig Unruhige, Unverträgliche oder Lärmende kann man kleinereRäume in den unteren Stockwerken einrichten, in wohlthätigcm An-schluss an abgesonderte, halbgedeckte Lufthöfe.

In den theilweisen Unterstöcken (Souterrains) der Männerbautenkönnen grosse lichte Räume zu Werkstätten für Schreiner und Schusteretc., sowie Platz zu allen möglichen Beschäftigungen geschaffen werden.Unter den Frauenbauten befinden sich am besten die Keller für Gemüse,Kartoffeln und Wein etc. Auch die Dachräume können theilweise nochzu kleineren Absonderungszimmern oder zu den recht nothwendigenKleiderkammcrn ausgenützt werden. In dem Mittelbau können überKüche und Waschküche neben dem central gelegenen Verwaltungszimmernoch Wohnungen für verheirathete Angestellte, wie Verwalter und Heizer,welch letzterer zugleich Mechaniker sein soll, hergestellt werden. Allesandere Dienstpersonal ist am besten lcdig, in möglichst geringer Zahl,aber für entsprechende Leistungen gut bezahlt; dasselbe muss im dienst-lichen Interesse in unmittelbarer Nähe der einzelnen Kranken- oderSchlafsälc oder in denselben selbst wohnen.

11. Centralfeuerung.

Die Erwärmung sämmtlicher Wohnräume wird am besten undbilligsten erreicht durch eine Centralfeuerung. mit Dampfkesseln, vondenen der erzeugte Wasserdampf durch umwickelte Eisenrohre durchunterirdische Kanäle in einen mit Körting'schcn Rippenrohren aus-gefüllten, tief gelegenen Heizraum eines jeden Gebäudes abgeführt w.eiv