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1 (1899)
Entstehung
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744
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744 Eschbacher,

ekelerregende Neubildungen, unheilbare Syphilis, insbesondere die Tuber-eulose in all' ihren Formen, welche man in neuester Zeit so gerne ausden Hospitälern entfernt; sodann können hier von schweren acutenKrankheiten Genesene oder Reconvalescenten aus Spitälern ihre volleArbeitskraft in billiger Verpflegung abwarten.

Zu all' diesen bunten Reihen von Armen, Alten, körperlich Kran-ken Pfleglingen aller Art kommen dann in solche gemeinsame Pflege-anstalten die sogenannten geistigen oder eigentlichen Siechen, ihres Ver-standes unheilbar Beraubten. Es sind dies vor Allem die von GeburtSchwach- und Blödsinnigen, dann die schlimmsten Sorten der Halbnarrcnund Nervösen, viele Epileptiker, weiche ja gewöhnlich auch geistig ver-armen; dann die Idioten, Oretinen, Entstellten, und endlich Einige derunheilbar Verwirrten, der Melancholischen, bleibend Gestörten und Miss-losen oder Versimpelten, welche wohl zum Theil früher schon in Irren-anstalten waren, aus diesen aber gebessert der sogen. Localversorgungin Familien überlassen wurden, wogegen man sich aber in unserer Zeit,besonders in der Armenpflege mit Recht immer mehr sträubt, weil da-durch gewöhnlich Störungen hervorgerufen, und auf diese Art einmenschenwürdiges Dasein doch nicht geschaffen wird. Naturgcmässwerden dann überall da, wo von der Selbstverwaltung die grossenPllegeanstalten eingerichtet werden, die für das Leben Unfähigen undHilllosen zur gemeinsamen billigen und guten Versorgung übergeben undzwar gewöhnlich nicht nur die öffentlich unterstützten Armen, sondernmitunter auch solche aus vermöglichen, besitzenden Familien, welcheletztere darin eine grosse AVohlthat erkennen.

Das Wesen einer grossen Armen-Pflege-Anstalt bestehtsomit darin, dass all die genannten Arten von Armen, für dieman im Leben keine Verwendung mehr hat, und welche ein-zeln zur Versorgung übergeben, grosse Kosten verursachen,zusammenführt in eine gemeinsame und billige Verpflegung,wobei sie überwacht, vor Gefahren gechützt, und dem öffent-lichen Aergerniss entrückt werden.

Solche Anstalten sind demnach in erster Reihe Armenhäuser imgewöhnlichen Sinne, dann Krankenhäuser, Invaliden-Pfründhäuser (füralte Leute), dann Arbeitshäuser, Besserungs-Anstalten, ferner Trinker-asyle, zuletzt auch Irren- und Siechenhäuscr; man könnte sie auchArmencolonien nennen, da sie vorwiegend der öffentlichen Armenpflegedienen und nur ausnahmsweise auch zahlungsfähige Kranke oder hilfloseMenschen gegen eine ihrem Vermögensstand entsprechend höhere Ver-gütung aufnehmen.

4. Der äussere Eindruck solcher Anstalten.

Der Anblick und das Aussehen solcher gemeinsamen Pflege-Anstalten,wo so viel menschliches Elend aller Art sich anhäuft, ist gelinde gesagt,auffallend eigenthümlicher Art, in der That wenig sympathisch oder an-genehm, wenn auch für einen Menschenfreund höchst interessant. Beim