Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
736
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736 E. Flade,

lang. Die Seitenflügel enthalten die Schlafzimmer gewöhnlich für je3 Patienten, im Mittelbau liegen die Tagesräume, Refectorien u. s. w.Personal und Verwaltung sind in eigenen Pavillons untergebracht. EineKrankenabtheilung besteht für besonderer Behandlung Bedürftige, fernerein Zimmer für Pockenkranke, ein Raum für schwerverletzte." (Gueter-bock). Zur Abhaltung von Vorträgen, für Gesellschaftsspiele u. s. w.bestellen besondere Räume, ebenso für Bibliothek und Lesezimmer.

Im Gegensatz zu den englischen Anstalten werden hier von jederKrankheit Genesende aufgenommen. Auf den Kranken kommendurchschnittlich im Jahre 21 Verpflegungstage. Aufenthalt über 2 biszu 4 Wochen (und länger) bedarf besonderer höherer (ministerieller) Ge-nehmigung. In Vesinet finden wir vor allem auch Wöchnerinnenmit ihren Neugeborenen untergebracht; sie werden von den Entbindungs-anstalten dahin am 7. oder 8. Tage überführt.

Die Verpflegungskosten betragen in Vesinet 1 Frank 29,12 Cts.täglich.

Die grosse Mehrzahl der privaten Reconvalescentenhäuser, untergeistlichen Orden, Genossenschaften, einzelnen Gönnern oder Vereinenstellend, sind Specialhospitäler namentlich für Kinder, auch für Frauenund eenesende Irre.

Durch grosse, aus Stiftungen zur Verfügung stehende Mittel ist na-mentlich die Stadt Paris im Stande, eine reichliche Sorge für Genesendeauch ausserhalb der Krankenhäuser in Scene zu setzen. In Sonderheitwird diese verwandt auf Beschaffung von passender Arbeit für die Ent-lassenen, die zum Theil in Ausbesserung der Wäsche und anderer Bedarfs-artikel der Hospitäler besteht. Den Geisteskranken kommt dieseFürsorge vor allen zustatten; ärztlicher Rath wird unentgeltlich ertheilt.Die Hilfsvercine und geistlichen Genossenschaften entfalten in dieser Hin-sicht ebenfalls eine ausgebreitete Thätigkeit.

Besondere Säle für Genesende haben auch die neueren Kranken-häuser in Paris nicht. Nur die in jüngster Zeit erbauten, hier sowohl,wie in der Provinz, sind damit versehen.

Im Allgemeinen lässt die Genesendenfürsorge in den Provinzennoch sehr zu wünschen übrig.

Oesterreich-Ungarn. Vor 2 Jahren hat der Verband der Ge-nossenschafts - Krankenkassen in Wien ein Reconvalescentenheim inKönigstetten gebaut, welches sich regster Benutzung erfreut. 1894wurden 144 Personen 4730 Tage verpflegt, 1895 war der Andrang sogross, dass die Verpflegungsdauer herabgesetzt werden musste, es wurden328 Personen vorpflegt; sie nahmen 2,68 Kilo im Durchschnitt zu. DerBau eines zweiten Heims wird vorbereitet. (Sociale Praxis, No. 14, 1896.)

Um die Hauptstadt herum liegen ferner die Genesungshäuscr inHütteldorf, Breitenfurt, Marialiilf und in Baden.

In Prag hat der Statthaltereirath Professor Dr. Wilh. v. PisslingV4 Million Gulden für Reconvalescentenpflege vermacht.Als Richt-schnur für die Gründung und Erbauung dieses Reconvalescentenhauses