734 E. Plade,
denen allerdings nur ungefähr ein Drittel das ganze Jahr über offen bleibt.Ueber 5000 Personen finden in denselben jährlich Aufnahme, ohne dassfreilich selbst damit dem vollen Bedürfniss nur annähernd Rechnung ge-tragen wird. Immerhin hat die Frage der Genesungsheime in Englanddie öffentliche Meinung für sich und man arbeitet fortgesetzt an ihrerLösung.
Die Kosten werden gedeckt durch die zahlreichen Wohlthätigkeits-und Hilfsvereine, die innere Mission, durch sonstige freiwillige Beiträge,Stiftungen und die von den Insassen zu zahlenden Kos+sätze. Von denöffentlichen Krankenhäusern haben vor allem die Kinderheilstättenihre eigenen Reconvalescentenheime, aber auch viele zur Aufnahme Er-wachsener bestimmte Hospitäler. Die Mehrzahl der Genesungshäusersteht aber ausser Verbindung mit grösseren Heilstätten. Der täglicheVerpflegungssatz ist durchschnittlich 1 M. Doch haben die einzelnenStätten verschiedene Sätze, auch verschiedene Hausordnung, welche hierziemliche Freiheit, dort wieder Betheiligung an Hausarbeit u. s. w. for-dert. Dazu nehmen diese nur bestimmte Altersstufen, jene Personenjedes Alters, diese nur Leute aus besseren, jene aus armen Volkskreisenauf, und wieder andere gewähren Genesenden aus allen VolksklassenAufnahme; die einen bevorzugen gewisse Berufsklassen, die anderen be-stimmte Confessionen. Die Mehrzahl dient der gesonderten Aufnahmevon Männern oder Frauen; für Letztere und für Kinder ist in Englandmehr Sorge getragen als für Erstere.
(Für genesende Irre, Epileptiker, von Infectionskrankheiten Genesende,Tuberculöse, Schwangere und Wöchnerinnen ist durch besondere Heimegesorgt.)
Die Leitung der Reconvalescentenhäuser haben Ausschüsse inne,Aerzte stehen nur ganz vereinzelt an der Spitze, sind auch nur an dengrösseren Häusern wirklich angestellt, wo sie nicht von dem Mutter-krankenhaus herübergenommen werden. Es sind dann 2 Aerzte: einAnstaltsarzt und eine ausserhalb, meist in der Centrale der betreffendenProvinz wohnende medicinische Autorität, welche prüft, ob der sich hiermeldende Genesende wirklich dem Heime zu übergeben ist. Maassgebend,zumal für die vielen kleinen privaten Heime, ist zumeist lediglich dieBedürftigkeit des Aufzunehmenden. Für Genesende, welche noch regel-rechter ärztlicher Ueberwachung bedürfen, fehlt es daher noch sehr angeeigneten Häusern.
Die Einrichtung eines Genesungsheimes soll nach Monat eine demCompromiss zwischen „Heim" und „Spital" entsprechende sein. Wirfinden solche aber nur bei einigen grösseren englischen Reconvalescenten-häusern. Zu ihnen gehört u. a. das von Barney errichtete ConvalescentHome at Cheadle (Cheshire). Wir haben hier Schlafzimmer mit 3 bis6 Betten (nebenher solche für einzelne schwer neu Erkrankende), mitTagessälen, Sommer- und Wintergarten, fortlaufender Galerie, auf welchedie Kranken hinausgefahren werden können u. s. w. (Anlagekosten proBett excl. Erwerbung des Grundstücks und innere Einrichtung 2448 M.