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1 (1899)
Entstehung
Seite
733
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Sonderanstalten und Fürsorge für Genesende. 733

hafte Beträge, ohne sonst irgend engagirt zu sein. Das MilitärcurhausWilhelmsheilanstalt in Wiesbaden eine Privatgründung er-"hält beispielsweise einen grossen jährlichen Zuschuss vom Staate, demauch die Oberaufsicht zusteht. Die Verwaltung liegt aber im Uebrigenin privater Hand. Die Militärs zahlen täglich ihr Verpflegungsgeld (dieMannschaften 1,75, die Officiere 3 M.).

Ueber freie Bäder verfügen die meisten dieser Institute, vielfach sindganze Freistellen vorhanden.

Zu den ersten eigenen Reconvalescentenheimen, welche seitens mili-tärischer Behörden begründet worden sind, gehört dasjenige, welches dercommandirende General des 16. lothringischen Armeecorps für seineMannschaften in Lettenbach an der rothen Saar errichtet hat. Indiesem engen Seitenthälchen besass die Familie Chevaudier ein schönesBesitzthum, bestehend aus einem geräumigen, schlossartigen Wohnhause,mehreren dicht dabei liegenden Wirthschaftsgebäudcn, grossen, park-ähnlichen Garten anlagen, ausgedehnten Wiesen und Feldern, rings vonalten Waldbeständen umgeben. Das Hauptgebäude mit den Neben-gebäuden bietet im Sommer für 80, im Winter für 60 Soldaten reichlichbemessenen Raum, durchweg grosse, luftige Zimmer, dann mehrere Sälefür gemeinschaftlichen Aufenthalt, für Spiel und Unterhaltung bei un-günstigem Wetter, ferner eine Badeanstalt, eine zweckmässig ausgewählteBibliothek u. s. w. Für ärztliche Leitung befindet sich im Gebäude einAssistenzarzt, für sonstige Aufsicht ein Officier, in der Regel ein solcher,der gleichfalls eine Erholung von nöthen hat. Die Verpflegung wird vonden Soldaten sehr gerühmt, für Aufenthalt im Freien, namentlich imangrenzenden Walde, für gemeinschaftliche Ausflüge und dergleichen isttrefflich gesorgt; die kräftigeren Mannschaften werden zu leichten Arbeitenim Garten und auf dem Felde herangezogen, die Förderung der militäri-schen Ausbildung aber wird nur unter strengster Rücksichtnahme aufden Gesundheitszustand der Einzelnen gepflegt. Es sind schon über500 Soldaten in diesem militärischen Luftcurorte verpflegt worden, fastalle mit erfreulichem Erfolge.

Das Generalkommando des preussischen Gardecorps beabsichtigt dasnahe Berlin gelegene, dem Herrn Grafen von Schönburg-Waiden bürggehörige sogenannteWaldschloss" anzukaufen und zu einem Genesungs-heim für seine Truppen einzurichten. Zu diesem Zwecke sind bereitsdie Baupläne nach Berlin gesandt worden und der Abschluss der Ver-handlungen steht nahe bevor.

Verhältnisse im Auslände.

Es dürfte sich zum Schlüsse nicht als uninteressant erweisen, einenBlick auf einige im iUislande bestehende Verhältnisse zu werfen, umzu einem Vergleiche mit deutschen Zuständen einestheils und etwa zuneuen Schlussfolgerungen anderentheils zu gelangen.

England verfügt zur Zeit über etwa 160 Genesungshäuser, von