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Genesungshäuser für einzelne Berufskreise.
Eine eigene Art von Genesungshäusern sind die einzelnen Stän-den dienenden, welche sich allem Anscheine nach in nächster Zukunftnoch vermehren werden. So plant der Verband deutscher Hand-lungsgehilfen ein solches. Ihm sind von verschiedenen reichen Kauf-leuten und kaufmännischen Verbänden bereits grosse Summen zur Ver-fügung gestellt worden.
Auch Vertreter der deutschen Papierindustrie gehen mit demPlane um, für die männlichen und weiblichen kaufmännischen Angestelltendes Papierfaches, und zwar aus den Kreisen des Klein- und des Gross-handels der Papierfabrikation, ein Genesungsheim im Harze zu be-gründen. Es soll aus diesen Berufskreisen allen denen offen stehen, dieErholung oder Genesung in frischer kräftiger Gebirgs- und Waldluftsuchen, aber die meist hohen Preise in Gasthöfen und Pensionen nichtzu zahlen vermögen. Der sehr hübsch gelegene Gasthof „Zum Mühlen-thal" bei Wernigerode soll zu dem Zwecke angekauft werden. Zum An-kauf, sowie zur Vervollständigung und Erweiterung sind 100000 M. er-forderlich, die durch 1000 Stifterscheine zu 100 M. aufgebracht werdensollen.
Der „Verband der mittleren Beamten des Stations- undAbfertigungsdienstes preussischer Staatsbahnen" will, ebenfallsim Harz, ein Genesungs- und Erholungsheim von 100 Betten für 300000 M.erbauen. (Sociale Praxis, No. 9, 1897/98.)
Das von manchen als Genesungshaus bezeichnete „DeutscheLehr er heim zu Schreiberhau" ist kein solches, sondern ein Hotel,welches zunächst zu günstigen Bedingungen Lehrer aufnimmt; fehlt derZuspruch von diesen, auch jeden anderen Touristen. - - Die geschäfts-führende Kommission des Heims hat einen Hausverwalter über die demVerein „Deutsches Lehrerheim" gehörigen 33 Zimmer mit Zubehör an-gestellt. Der eins davon miethende Lehrer hat selbst für Bett undWäsche zu sorgen. Für andere Zimmer schafft der Verwalter die Be-darfsartikel zum ortsüblichen Preise. Die Wirthschaft ist einem beson-deren Pächter anvertraut unter für die Besucher möglichst günstigenBedingungen.
Hier lässt sich passend ein Wort über die Genesungspflege desMilitärs anfügen, von welcher Gueterbock sagt: „Eine grössere Ord-nung im Reconvalescentenwesen besteht bei uns nur in der Militärkranken-pflege." Die Ourspitäler für Soldaten in 31 Badeorten (Teplitz, Warm-brunn, Landeck, Wiesbaden, Aachen u. s. w.) nehmen Kranke und Ge-nesende auf, vor allem aber letztere. Vielen Combattanten aus denletzten Kriegen haben sie vorzügliche Dienste geleistet.
Im Allgemeinen sind auch die verschiedensten Curhospitäler vonprivater Seite begründet worden und werden von Privaten (Aerzten) oderVereinen (Ouratorien) verwaltet. Die civilen oder militärischen Behörden,welche sie mit Genesenden (bezw. Kranken) belegen, zahlen dafür nam-