Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
724
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724 E. Flade,

21 Victor Friedländer'sche Freibetten, welche nur an vom Allerheiligen-hospital empfohlene Bewerber vergeben werden dürfen, bei denen Wieder-erlangung der Erwerbsfähigkeit zu erwarten steht. Der Stadtrath ver-giebt die Freistellen. Seit 15. Mai 1897 verwaltet das Ouratorium dasGenesungsheim, dessen Räume den hygienischen Anforderungen durchausentsprechen und mit Luftheizung, guter Ventilation und AYasserleitungversehen sind.

Seitens der Stadt Darmstadt sollen Genesungshäuser für dieaus den Hospitälern Entlassenen errichtet werden. Dank der Anregungder Grossherzogin Victoria Melita wird der Plan Reconvalescentcnheimezu errichten zur Zeit in grösserer Ausdehnung für ganz Hessen ver-folgt unter Mitbetheilung von Mainz, Giessen, Offenbach und Worms.Der Victoria-Melita-Verein hat die Agitation in die Hand genommen.Die Grossherzogin und die Oberbürgermeister genannter Städte bildenden Vorstand. Letztere haben Ortsausschüsse gewählt.

Für vorläufige Unterbringung armer Reconvalescenten aus Darmstadtist das Forsthaus Bollenfallthor und das Bessunger Forsthaus in Aus-sicht genommen: ersteres zunächst für weibliche, letzteres für männlicheReconvalescenten bestimmt. Das nöthige Mobiliar und hinreichende Aus-stattung werden schon beschafft. Beide sind in der Nähe der Stadt,zeichnen sich durch gesunde Lage aus und bieten Gelegenheit zu pracht-vollen Spaziergängen in den sie umgebenden weiten. Waldungen und sinddurch die Bahn, welche demnächst erbaut werden soll, leicht zu er-reichen.

Ansteckend Kranke und Tuberculöse sollen Aufnahme nicht finden.Der Aufenthalt soll durchschnittlich 34 Wochen betragen.

In Frankfurt a. M. besteht seit Ende der sechziger Jahre dieReconvalescentenanstaltMaincur", eine Zweiganstalt desHeiligen-geisthospitals". In 25 Betten gewährt sie ohne Entgelt einen durch-schnittlichen Aufenthalt von 3 Wochen.

Der Gesammtaufwand für den vom Rathe zu Leipzig ge-planten Bau einer Heil- und Versorgungsanstalt in Dösennebst Genesungsheim und Siechenanstalt wird auf 3462 595 Markveranschlagt. Hiervon würden zu Lasten der Stadt (Heil- und Ver-sorgungsanstalt, sowie Genesungsheim) 2413000 Mark entfallen, dagegenzu Lasten des Johannishospitals (Siechenanstalt) 1049 595 Mark. Aufdem Grundstücke des alten Georgenhauses zu Leipzig ist der Bau einesGenesungshauses in Aussicht genommen. Hier sollen Genesende Auf-nahme finden, die, nachdem ihre Heilung erfolgt ist, lediglich noch einerguten Ernährung und der Erholung zur Wiedererlangung ihrer Kräftebedürfen, ohne welche sie noch arbeitsunfähig sein würden. Dadurchwird das Krankenhaus eine vünschenswerthe Entlastung erfahren. DiesesGenesungsheim soll in zwei Gebäuden Raum für je 70 Personen männ-lichen und weiblichen Geschlechts bieten.

Die Münchener Reconvalescenten-Anstalt wurde Mitte der sechzi-ger Jahre durch einenReconvaleseenten-Unterstützungs-Verein" be-