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Die Zimmerwände können einfach gestrichen sein, für den Bodengenügen gut geölte, feste Dielen, besser natürlich sind eichene oderkieferne Riemen oder Linoleum, welches jederzeit auch in alten Gebäudennoch gelegt werden kann.
Während man einen zuverlässigen Verwalter oder Hausvater imHause haben muss, ist die stete Anwesenheit eines Arztes nicht er-forderlich. Er soll nur einige Male wöchentlich kommen, sonst aberschnell, eventuell telephonisch herbeizurufen sein.
Wo es nicht angängig ist, die Pfleglinge in gewissen Stunden und biszu bestimmter Zeit des Tages ausgehen zu lassen, da muss der Anstaltunbedingt ein grosses Terrain zur Verfügung stehen, auf dem sich dieLeute frei bewegen, tummeln und spielen können.
Die Schlafräume sollen nach Süden, die Wohnzimmer aber nachWesten liegen. Aufenthaltsräume bei nassem Wetter (Wandelbahnen,Veranden) dürften nicht fehlen.
Im Interesse der Genesung sowohl, wie der Disciplin, liegt es, dassder Reconvalescent je nach seinem Kräftezustand, nach seinen körper-lichen oder geistigen Gaben beschäftigt wird. Leichte häusliche Ar-beiten werden zumeist den Anfang und den Genesenden allmählich wiederarbeitsfähig machen müssen. Späterhin werden am geeignetsten Arbeitenim Garten, zuletzt in Forst- und Landwirtschaft folgen. Von der oftausgesprochenen Furcht vor dem Uebermuthe so halb Gesunder sagtv. Ziemss en: „Die ganze Lehre von den Schwierigkeiten, ein Genesungs-haus mit geringem Verwaltungsapparat in Disciplin zu erhalten, ist„graue Theorie". Und wenn sich wirklich einmal unter den Insassenein räudiges Schaf zeigt, so ist die Anstalt ja sofort durch die Ent-lassung des betreffenden Individuums purificirt. Das ist also keinenfallsein Moment von practischer Bedeutung."
Auch für Genesungsheime, ja für diese ganz besonders, namentlich•wenn sie fern von der Grossstadt liegen, ist die Verbindung mit einemArbeitsnachweis zu wünschen.
Es sei gestattet, auch über die Auswahl der Aufzunehmendenweitere Worte v. Ziemssen's anzuführen: „In erster Linie kommenhier jedenfalls die acuten Krankheiten, die Verletzungen und Opera-tionen, sowie das Wochenbett in Betracht. Erst in zweiter Liniekommen dann die chronischen Krankheiten zur Aufnahme. Unterihnen treten am meisten hervor die allgemeinen Ernährungsstörungen,welche besonders bei den weiblichen Dienstboten und Arbeiterinnen inder Form der Bleichsucht und Anämie die Arbeitsfähigkeit erheblichbeeinträchtigen. Daran reihen sich dann die chronischen Magenleiden,die Krankheiten des Nervensystems und Andere.
Unbedingt von der Aufnahme auszuschliessen sind Geisteskrank-heiten, Epilepsie und andere Krampfformen, ansteckende Krankheiten,vor Allem die Syphilis, dann äusserliche, Ekel erregende Leiden, z. B.manche chirurgische und Hautkrankheiten, übelriechende Affectionen,endlich der acute und chronische xVlkoholismus."