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1 (1899)
Entstehung
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709
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Sonderanstalten und Fürsorge für Genesende. 709

Apparate und besonderer zur dirccten Krankenbehandlung' unentbehrlicherEin- und Vorrichtungen. So wirthschaftet es bedeutend billiger.

Gueterbock giebt in seinem bekannten Werke den Plan einesflüttenhospitales" für Reconvalescenten nach ßurdett, welches durchAufbau eines Stockes für Aufnahme von 50 Genesenden hergerichtetwerden könne und in welchem die Kosten der ersten Anlage und Ein-richtung aul 2690 M. pro Bett sich belaufen würden. Auch dürftenBaracken insofern vollkommen genügen oder wenigstens unbeanstandetdie meisten Plätze zur Verfügung stellen, als die Genesendenheime vorallem in der wärmeren Jahreszeit besetzt wären. Ein Neubau für50 Betten berechnet wird mindestens etwa 50000 M. kosten, wobei dasInventar nicht eingerechnet ist. Die Verpflegungskosten berechnen sichnatürlich in den verschieden Anstalten verschieden. In Gütergotz (Ver-sicherungsanstalt Berlin) betrug beispielsweise der Pflegesatz pro Kopf3,75 M. täglich, während der Reconvalescentenverein zu Frankfürt a/M.2,50 M. zahlt. Man wird bei einfachem Betriebe vielleicht auf nochgeringere Sätze kommen können.

Das Haus muss möglichst den Charakter eines Familienhauseshaben, keine grossen Schlafsäle, kleine Zimmer mit wo möglich zwei,höchstens vier bis sechs Betten." (Back.)

Es erscheint selbstverständlich, dass hinsichtlich genügenden Raumesund Luftgchaltcs der einzelnen Zimmer auch bei Errichtung einesHauses für Genesende in keiner Weise gespart wird.Als Quadratflächepro Bett gilt nach deutscher Erfahrung ein Raum von 10 cpn als aus-reichend." Die Räume sollen etwa 4,5 m Höhe haben. Für Unter^bringung von 50 Pfleglingen brauchen wir einen Luftraum von etwa2500 cbm. Eine künstliche Lufterneuerung wird nicht unbedingt nölhigsein, man wird durch einfache Unterstützung der natürlichen Luftzufuhr(Dachreiter ü. s. w.) auskommen und erstere höchstens für grössereHeime mit Winterbetrieb bedürfen. Die geeigneten Anlagen für Ver-sorgung mit Trink- und Kochwasser, Entwässerung desGrundes und Trocknung der Mauern sind unentbehrlich. Fürkleinere Anstalten wird sich die Heizung durch gute. Oefen genügenderzielen lassen, für die grösseren sei Warmwasserheizung mit Nieder-druck empfohlen, zumal da diese nicht, wie die mit Hochdruck ununter-brochene Heizung erfordert.Der labile Charakter der Eigenwärme,welchen die meisten Genesenden zeigen, zwingt zur Aufrechterhaltungeiner gleichmässigcn, nicht zu niedrigen Temperatur in unseren Re-convalescentenhäusern." (Gueterbock.) Als Badegelegenheit genügtein Wannenbad mit Brause, bei grossen Anstalten sind deren mehrereerforderlich.

Hinsichtlich der Abortfrage suche man, wenn und wo irgendthunlich, Schwemmanlagen zu erstreben, welche zugleich Spül- und Wasch-wässer am besten mit entfernen. Sonst muss man sich mit Klärbassinsoder wasserdichten Gruben, deren Inhalt abgeführt wird, begnügen.