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1 (1899)
Entstehung
Seite
705
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SonderanstaUen und Fürsorge für Genesende. 705

Verschiedene Formen der Genesendenfürsorge.

Die Maassnähmen zu Gunsten der Genesenden können verschiedensein. Zuerst sind es solche, welche in den Krankenhäusern selbsteingerichtet werden. Wo diesen nicht eigene Genesungsheime zur Ver-fügung stehen, haben sie unbedingt insoweit für die Genesenden zusorgen, als wenigstens geeignete Räume für deren Aufenthaltausserhalb des .Bettes geschaffen werden für die Tage ungünstigerWitterung, in Sonderheit aber auch rücksicbtlich der Reconvalescenten,welche noch nicht stundenlang im Freien sich ergehen dürfen. In ver-schiedenen Heilstätten hat man durch Anbau oder Benutzung vorhan-dener Räume diesem Bedürfnisse Rechnung zu tragen versucht; bei Neu-bauten von Krankenhäusern hat manReconvalescentensäle" oderTagesräume" eigens in den Bauplan aufgenommen. Leider hat derPlatzmangel oft die. vorhandenen Räume für Reconvalescenten mit Kran-ken belegen, oder der Umstand, dass jene eihöhten Kostenaufwandesbedürfen, von ihrer ausgebreiteten Verwendung absehen lassen.

Besonders durch die zahlreichen Anstalten, welche unter dem Ein-flüsse der Architekten Gropius und Schmieden namentlich in Nord- undMitteldeutschland neuerdings entstanden sind, hat die Anlage von be-sonderen Reconvalescentensälen in dem letzten Decennium an Verbrei-tung gewonnen. Entweder handelt es sich um einen Vor- resp. An-bau an den die gauze Pavillonbreite einnehmenden Hauptkrankensaal(städtisches Krankenhaus im Friedrichshain-Berlin und 2. Garnisonlazarethzu Tempelhof) oder der Saal für. die Genesenden liegt von den eigent-lichen Krankenzimmern getrennt im Administrationsgebäude, im Mittel-tracte etc. (Wiesbaden, Carolahaus-Dresden). Im Allgemeinen hat manes hier nur mitTagesräumen" zu thun (Gueterbock)."

Die besonderen Tagesräume sind durchaus nöthig nicht nur inhygienischer Hinsicht, sondern auch zwecks Aufrechterhaltung,',derDisciplin; die Anwesenheit einer grösseren Zahl von Genesenden tags-über in gleichen Räumen mit den Kranken ist unter allen Umständenbedenklich und für letztere von schlechtem Einflüsse in sanitärer wiemoralischer Hinsicht. Als Ergänzung bleibt ein genügender Garten oderPark, wie er wohl den meisten Krankenhäusern zur Verfügung steht,stets zu fordern. In den eigentlichenReconvalescentensälen"halten sich die Genesenden auch während der Nacht auf:es sindKrankenzimmer wie alle anderen, nur mit dem Unterschiede, dass siestatt mitactiv" Kranken mit Genesenden belegt werden." Wiederholthat man besondere Baracken dazu benutzt, namentlich für von epidemi-schen oder infectiösen Krankheiten Genesende.

Im Pavillonsystem haben wir dieTagesräume" direct mit denKrankensälen in Verbindung. Hier besteht aber der Fehler darin, dassnicht wirkliche Trennung Genesender und schwer Kranker ermöglichtwird; deshalb hat man in den neueren Bauten Krankensaal undTages-raum" oderReconvaiescentensa-al" vollkommen gesondert, wennschon