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arbeiten, wie sie im bürgerlichen Leben am häufigsten vorkommen, alsRechnungen, Quittungen, Schuldbriefe, Pfand-, .Bürgschafts-, Abtretungs-,Tilgungsurkunden, Zeugnisse, Vollmachten, Testamente, standesamtlicheUrkunden und anderes mehr.
Die Schneiderei wie die Schreinerei geben eine vollständige Aus-bildung in allen einschlägigen Arbeiten des Faches, wie sie der Lehrlingerhält.
Einheitlicher gestaltet sich der technische Unterricht bei den Mäd-chen; diese erlernen in drei Abtheilungen mit je 9 resp. 8 Wochen-stunden: Stricken, Häkeln, Weissnähen (Bett-, Tisch- und Leibwäsche),Maschinonnähen, Filetarbeiten, Platt-, Hoch- und Straminsticken von deneinfachsten bis zu den elegantesten Arbeiten.
Der Elementarunterricht ist der der Volksschule. Die Leistungender Schüler sind die gleichen wie in anderen Schulen, eher etwasbesser.
Ganz besonders wird in der München er Anstalt für die Uebung derherabgesetzten körperlichen Fähigkeiten gesorgt durch die Pflege einesausgiebigen und gut geleiteten Turnunterrichts. Die Zöglinge sind beimTurnen in je zwei Abtheilungen getrennt, in solche mit zwei guten Beinenund solche mit zwei guten Armen.
Die erste Gruppe, mit zwei guten Beinen, macht Freiübungen imStehen, Gehen, Laufen, Hüpfen und Springen in Verbindung unter sichund mit den einfachsten Handbewegungen; sodann Ordnungsübungen,Reihenbildung, Reigen, Schwenkungen, Drehungen, Galopp-, Schottisch-,Wiegen- und Zwirbelbewegungen; endlich als Gerätheübungen: Hoch-,Tief- und Weitsprung über die Leine, Hantel-, Stabübungen und Ball-spiele.
Die zweite Gruppe, mit zwei guten Armen, macht Freiübungen mitbeiden Armen in den verschiedensten Verbindungen, sowie auch mitHanteln und Stäben, ferner Ballübungen, Ball- und Fangspiele. AlsGerätheübungen: am Barren: Liegehang, die verschiedenen Arten desStützes, einfache Sitze, Kehre und Wende; an den senkrechten Stangen:Hangstand, Streck- und Beugehang an einer und zwei Stangen; amReck: Liege-, Streck- und Beugehang, Aufschwünge und Strecksitz (nurKnaben).
Nach der Entlassung werden die Pfleglinge in Stellungen unter-gebracht. Wo es nothwendig ist, erhalten, wie oben erwähnt, die Ent-lassenen auch weiterhin Unterstützung. Die meisten ernähren sich jedochselbstständig, nur 15 pOt. der Entlassenen bedürfen später noch Hilfedurch die Anstalt.
Die Anstalt gewährt ferner neben den pädagogischen Wohlthatenden Zöglingen jegliche ärztliche, vor allem auch die nothwendigeorthopädische Hilfe, welch letztere in den Händen eines Universitäts-docenten liegt. Werkthätig betheiligen sich in dieser Beziehung nochdie Schwestern vom rothen Kreuz und der Samariterverein in München,letzterer namentlich durch Beschaffung orthopädischer Apparate.