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1 (1899)
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657
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Sonderkrankenanstalten und Fürsorge für Augenkranke. 657

grüne Vorhänge und gut schliessende Jalousien muss die Möglichkeit derVerdunkelung der Räumlichkeiten gegeben sein.

Grosses Gewicht ist auf den Tagesraum zu legen, damit diePatienten, die ausser Bett sind, und es ist dies die Mehrzahlsich frei ergehen und so für die Kräftigung des Körpers Sorge tragenkönnen. Wo diese fehlen, muss der Corridor zur Aushilfe herangezogenwerden.

Mehr als es bisher geschehen, müsste für Badegelegenheit Sorgegetragen werden. Die 2 Badewannen, die man meist in den Augen-kliniken trifft, genügen durchschnittlich nur für den, welcher auf dieVerwendung des Wassers als Heilmittel Verzicht leistet.

Jeder Patient muss, gleichgiltig ob sein Augenleiden infectiös istoder nicht, sein eigenes Waschgeschirr und Handtuch, sein Näpfchen mitAugenwaschwasser (Sublimat- oder Borlösung) und sein Augentropfwasser(Atropin, Cocain u. s. w.) haben. Dass diese Mittel eventl. nur sterilisirtzu verabfolgen sind, kann wohl als selbstverständlich vorausgesetztwerden.

Wenn auch zugegeben werden kann, dass bei unseren a- und anti-septischen Methoden Augenoperationen ohne Bedenken in jedem Kranken-zimmer sich ausführen lassen, so ist es doch aus didaktischen Gründen,ferner weil es bequemer ist, und drittens, weil der Operateur sich nichtimmer erst den neuen Verhältnissen zu adaptiren braucht, sehr vortheil-haft, wenn die Klinik auch über ein Operationszimmer verfügt.

Die erste Bedingung für ein solches ist ein grosses nach Nordengelegenes Fenster, weil nur durch ein solches eine gleichmässige Be-leuchtung sich erzielen lässt. Auf intensive Beleuchtung kommt es unsim Allgemeinen weniger an. Gebrauchen wir diese für einzelne Fälle,wie z. B. für Nachstaaroperationen, so verwenden wir besser künstlichesLicht. Natürlich müssen sich in diesem Raum alle die für chirurgischeMaassnahmen nach dem Stande der Wissenschaft erforderlichen Apparate Operationsbett, Sterilisiröfen, Warmwassereinrichtung, Elektro-Magnetu. s. w. in brauchbarem Zustande befinden.

Die Universitäts-Augenkliniken brauchen für den ophthalmoskopischenUnterricht noch ein grösseres Dunkelzimmer und für die wissen-schaftliche Verarbeitung des Materials auch ein Laboratorium. Vonletzterem ist am bekanntesten das der Klinik zu Heidelberg, aus demeine ganz erstaunlich grosse Anzahl von hervorragenden Arbeiten patho-ogisch-anatomi sehen und experimentellen Inhaltes Jahr aus, Jahr eingeliefert werden. Strebsame Jünger der Wissenschaft, die diesen Theilder Augenheilkunde eultiviren wollen, werden mit Vortheil dorthin ihreSchritte lenken.

Wer viel Material und Operationen sehen will, der gehe nach Berlin,Königsberg oder sonst wohin.

Auf die Frage der Ventilation, Heizung und Fussbodenbekleidungbrauchen wir hier nicht einzugehen, da diese Dinge in den Augenklinikenkeine andere Bedeutung als in sonstigen Krankenanstalten haben, da-