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zum Augenarzt gehen können, und da die Mehrzahl der Affectionen sichin der Häuslichkeit mit demselben Effect wie in der Anstalt behandelnlassen, so verzichtet der bei weitem grösste Theil der Kranken auf dieAufnahme und wünscht eine ambulante Behandlung.
Die hiesige Universitätsaugenklinik hatte bei 13000 neuen polikli-nischen Patienten pro Jahr ca. 1000 Aufnahmen.
Es müssen also grössere Warteräume für den Empfang der poli-klinischen Patienten vorhanden sein.
Die Untersuchung erfolgt bei Tages- und Lampenlicht. Letzteresbefindet sich in einem verdunkelten Raum, dem sogenannten Ophthalmos-kopiezimmer. In einem anderen Zimmer werden die Sehprüfungen ge-macht, auf die hier z. B. in Berlin wegen der Arbeitsverhältnisse dasgrösste Gewicht gelegt werden muss. Dass sich in einer besonderenAbtheilung Instrumente zur objeetiven Feststellung der Refractionsano-malien (Taval's Ophthalmometer, Apparat zur Schattenprobe), zur Be-stimmung des Gesichtsfeldes (Perimeter), zur Untersuchung auf Se- undExcrete befinden, ist wünschenswerth.
Eine grosse Anzahl von deutlich gekennzeichneten Augentropfen-und Augenwässern, von Salben, von Watte- und Gazebäuschen ist vor-räthig und zur sofortigen Application bereit zu halten.
Sehr angenehm ist es für die Kranken, wenn sie Gelegenheit finden,die Augen, die gebeizt worden sind, mit kaltem Wasser zu kühlen.Natürlich müssen die Vorrichtungen, am besten fliessendes Wasser, der-artig sein, dass Infectionen dabei vermieden werden.
Kleinere Operationen, wie die Entfernung von Fremdkörpern, vonOhalazion u. s. w. werden gleich im poliklinischen Abfertigungszimmervorgenommen.
Diejenigen Patienten, die häuslicher Pflege entbehren, ferner die-jenigen, die stetig überwacht und operirt werden müssen, werden in diestationäre Abtheilung aufgenommen.
Von den 3 in Betracht kommenden Hauptsystemen von Kranken-hausbauten, dem Corridorbau, dem Pavillonsystem und der Baracke hatsich der Corridorbau für Augenheilanstalten am vortheilhaftesten erwiesen.
Wichtig ist es, dass der Bau möglichst im Centrum der Arbeiter-bevölkerung sich befindet. Nach den neueren 1 ) Anschauungen giebt manihm eine Richtung von West nach Ost und verwendet die eine nachNorden gelegene Längsseite vornehmlich zu Krankenzimmern deswegen,weil so die meist lichtscheuen Kranken dem directen Sonnenlicht ent-zogen sind, und weil man meint, dass der sonst nicht zu verkennendewohlthätige Einfluss der Sonne auf Kranke, wie ihn die Südseite darbietet,durch die Anwendung der • dunklen Vorhänge illusorisch gemacht wird.
Die Zimmer fassen am besten 4—6 Betten, für ansteckende Krank-heiten sind natürlich auch Isolirzimmer nothwendig. Durch dunkelblau-
!) Zehender, Die neuen Universitäts-Augenheilanstalten in Deutschland.Leipzig 1887.