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gegen scheint es uns rathsam, darauf hinzuweisen, dass erstens die Ge-schlechter getrennt gehalten werden, und dann dass besondere Abtheilungenfür Kinder da sind. Liegen diese in den Sälen der Erwachsenen, sobekommen sie .Manches zu hören und zu sehen, was nicht für sie passtund andererseits stören sie oftmals durch ihr Geschrei die Ruhe derübrigen Kranken.
Wenn Land zu haben ist, so sollte zu der Klinik auch ein Gartengehören, der schattige Plätze und für die Kinder einen Sandhaufen undTurngeräthe enthält.
Meines Erachtens wäre es für die grossen Gommunen und für dieKrankenkassen ein in idealer und wirthschaftlicher Beziehung em pfehlens-werthes Unternehmen, wenn sie ausserhalb der Stadt auf dem Landefür gewisse Categorien von Augenkranken zur Hebung und Aenderungder Constitution Unterkunft schaffen würden. Ich erinnere an die Tau-sende von Kindern mit scrophulöser Keratitis. Zuerst werden sie am-bulant behandelt, werden mit Hinterlassung von Hornhautflecken, alsomit grosser Schädigung der Sehkraft geheilt. Dann kommen die Reci-dive und Jahre lang sind die Mütter mit ihren Kindern ständige Gästeder Poliklinik: bei anderen wird auf diesem Wege überhaupt nichts er-reicht, die Kinder werden in die Abtheilung aufgenommen und in einigenTagen resp. Wochen ist durch die Aenderung der Lebensweise, durchWasser, Licht und Luft das erzielt, was die Poliklinik in Monaten nichtleisten konnte. Kaum sind die Kleinen aber entlassen, so ist das alteLeiden auch schon wieder da. Diese scrophulöse Keratitis schädigtmehr Augen in ihrer Sehschärfe, setzt die spätere Erwerbsfähigkeitin höherem Grade herab und schafft mehr Kurzsichtigkeit als die Schule,die für alle möglichen Augenleiden und namentlich für das Auftretender Myopie verantwortlich gemacht wird und der man doch entgegen-zutreten bemüht ist.
Und wie grossartig sind die Erfolge, wenn die Kinder unter gutenhygienischen Bedingungen auf das Land gebracht werden! Die Recidivebleiben aus und die alten Flecke schwinden in nicht geahntem Maasse.Aerztliche Ueberwachung ist kaum oder nur in längeren Intervallennöthig.
Wenn die Armendirection in Berlin z. B. nur einen Theil des Geldes,das sie für scrophulöse augenkranke Kinder jährlich an die verschiedenenAnstalten zahlt, auf die Gründung und Unterhaltung eines ländlichenKinderaugenheimes verwenden würde, so könnte den Kindern manebeQual erspart und die Arbeitsfähigkeit im späteren Leben bei vielenTausenden von Menschen erhöht werden. Und gar bald würde sich eineVerminderung der Gesammtkosten für die scrophulösen Hornhautentzün-dungen herausstellen, denn sehr viele von diesen Kindern fallen in Folgeihrer oft an Erblindung grenzenden Schwachsichtigkeit dauernd der Ge-meinde zur Last.
Von den Krankenkassen kämen hauptsächlich diejenigen in Betracht,die eine grosse Anzahl von weiblichen Mitgliedern haben. Die von Blut-