Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
654
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654 P. Silex,

1. Wie in Sachsen, so ist in allen Landen ein Zwang zum Besuchder Blindenanstalten gesetzlich einzuführen.

2. Demgemäss muss die Anzahl der Blindenanstalten um ein Be-trächtliches vermehrt werden.

3. Die Einrichtung von Blindenvorschulen im weitesten Sinne desWortes ist anzustreben.

4. Mit allen grösseren Anstalten sind Arbeitsabtheilungen resp.offene Werkstätten zu verbinden.

5. Für Arbeitsunfähige resp. Schwachbegabte Kinder müssen einAltersversorgungshaus resp. für letztere eine Filiale, am besten im An-schluss an die Anstalt, vorhanden sein.

6. Die Gründung eigener Anstalten für Späterblindete ist dringendesBedürfniss. Eventuell könnten diese auch in den ArbeitsabtheilungenUnterweisung und in den Versorgungshäusern Aufnahme finden.

7. Zu jeder Anstalt soll ein Mädchenheim gehören.

8. Der Staat, der z. B. bei uns in Deutschland, wie die Bewilligungvon Millionen für diese und jene Dinge beweist, über ungeheuere Geld-mittel verfügt, muss für die unglücklichsten seiner Mitglieder, soweitsie arm sind, alles, was für die Ausbildung und den Lebensunterhaltbis zum 20. Jahre etwa nöthig ist, d. h. also den Etat der Anstaltenvöllig bestreiten.

9. Die Privatwohlthätigkeit ist immer und überall willkommen. Vorallem aber soll sie darauf Bedacht nehmen, den Anstalten grössereFonds zuzuweisen, damit diese in all den unzähligen Nöthen des späterenLebens ich rechne hierher auch die Späterblindeten nicht blosmit Worten, sondern auch mit Thaten christlicher Liebe den Bedrängtensich nähern können.

b) Besondere Einrichtungen für Angenkranke in denAugenheilanst alten.

Gleichwie man seit längerer Zeit Geisteskranke, Kinder, Schwangere,Reconvalescenten und andere Gruppen körperlich und gesundheitlichHilfsbedürftiger aus den grossen allgemeinen Krankenhäusern heraus-genommen hat, geleitet von der Anschauung, dass dieselben in be-sonderen Heilanstalten unter bessere Genesungsbedingungen gestelltwerden, ist man auch zu einer Trennung der Augenkranken übergegangen.Man hatte gefunden, dass die Operationsresultate im Ganzen ungünstigerwaren als in der Privatpraxis, und dass gelegentlich Hospitalerkrankungensich bei solchen Augenkranken einstellten, die ganz gesund in dasHospital eingetreten waren.

Den Anfang mit der Abzweigung machte zu Beginn des Jahrhun-derts die Wiener Schule unter Führung von Beer, der damals die wiss-begierige Jugend der ganzen Welt um sich versammelte.