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1 (1899)
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623
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Sonderkrankenanstalten und Fürsorge für Kinder. 623

01 jährigen .... 46,5 pCt45 .... 211012 .... 7,5Die Durchsehnittsmortalität der Kinderkrankenhäuser beträgt etwa

20 pCt. Sie ist-bedeutend höher in der Absonderungsgruppe, 25-42,im Mittel 33,2 pCt. Sie betrug 1890 im Armenkinderspital in Pest fürDiphtherie 50 pCt., Scharlach ca. 25 pCt., Masern ca. 20 pOt. Ebensobetrug die Diphtheriemortalität 1888 im Hottinger Kinderspital und imWiener St. Josephs-Kinderspital 5051 pCt., auch die Blatternsterblich-keit im Prager Kaiser Franz Joseph-Kinderspital 1880 50 pCt, imKrakauer St. Ludwigs-Kinderspital im gleichen Jahre gar 60 pCt.

Wenn nun die Absonderungsgruppe sehr viele Fälle zählt, steigtselbstverständlich die Mortalität des Hauses. Durchschnittlich beträgtdie Absonderungsgruppe 1 / 3 , 1 / 2 und mehr des Gesammtbestandes; imWiener St. Joseph-Kinderspital wurden 1893 unter 961 Kindern allein365 Diphtheriefälle aufgenommen.

Allerdings sinkt wohl neuerdings durch die Erfolge der Serum-behandlung die Zahl der ins Spital gesandten Diphtheriekranken undzweifellos auch die Spitalsterblichkeit. So betrug 1896 im neuen Leip-ziger Kinderkrankenhause die Sterblichkeit an Infectionskrankheiten nur16,3 pCt., die Heilung 64,5 pCt. Die höchste Sterblichkeit hatte Diph-therie mit durchschnittlich nur noch 15,5 pCt. Vielfach war hier dasspäte Einbringen schuld. Von sechs- und mehrtägigen Fällen starben

21 pCt.; bei Fällen, die unter 4 Tagen alt waren, 8 pCt. Im übrigenzeigten die Croupfälle 30 pCt. Sterblichkeit gegenüber 5 pCt. der nichtoroupösen. Die Sterblichkeit geht in der Neuzeit also erheblich herab.Erhöht wird die Mortalitätsziffer noch durch die in beträchtlicherZahl sterbend eingebrachten Kinder; so betrugen diese in Wien1880 im Kronprinz Eudolf-Spital y 8 , im St. Annen-Spital und im Leo-poldstädter Kinderspital 1 / 5 aller Todesfälle in der Anstalt. 1896 warenvon den 325 Säuglingen des neuen Leipziger Kinderkrankenhauses 41sterbend eingebracht worden. Umgekehrt zeigte das Breslauer WilhelmAugusta-Hospital 1890 unter 269 Kindern nur 1,5 pCt. Mortalität, weilkeine contagiösen Krankheiten aufgenommen wurden, während die Sterb-lichkeit 1880 ebendaselbst unter 350 Kindern 8,9 pOt. betrug, alsMasern und Scorbut epidemisch waren.

6. Spitalinfection.

Die Anwesenheit so vieler infectiöser Fälle in einem Kinderkranken-hause, dessen Insassen so empfänglich für jede Ansteckung sind, bringtauch die Gefahr der Spitalinfection mit sich. Kinder, die zuweilen wegeneines nur geringen Leidens ins Hospital aufgenommen worden sind,werden dort von einer neu hinzutretenden Infection befallen.

Die Spitalinfection ist charakterisirt durch ihren meist schweren,oft tödtlichen Verlauf, denn sie trifft Kinder, welche bereits durchKrankheit geschwächt sind.