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Sie befiel im Baseler Kinderhospital, welches verschiedene an-steckende Krankheiten unter einem Dache behandelte, 1870—85 von4568 Kindern 7,09 pCt. Die meisten Hausinfectionen wurden daselbstverursacht durch Scharlach, Diphtherie, Erysipel; daneben kamen vor:Masern, Keuchhusten, Varicellen und Typhus abdom.
Diese Spitalinfectionen verliefen mit einer procentarischen Sterb-lichkeit, welche diejenige in der Stadt um das 2 bis 6 fache übertraf.Das Haus hatte ineinandergehende Zimmer und Luftheizung; seit 1874bestand 30 Schritte davon ein Absonderungshaus für Scharlach. Daaber das ärztliche Personal genöthigt war, im Hauptgebäude und imAbsonderungshause zu funetioniren, so waren schwere Hausinfectionenunvermeidlich. Neben der Contactübertragung schien auch durch dieNähe des Absonderungshauses eine Luftinfection wahrscheinlich, so dassdie Entfernung von 30 Schritten von dieser noch überschritten wurde.In ähnlicher Weise hatte man in Leipzig den Eindruck, dass Hausin-fectionen entstanden infolge der früher geringen Entfernung der Des-infectionsanstalt von den Infectionsanlagen.
Wirksamer als beim Scharlach Hess sich in Basel durchführen dieIsolirung der Diphtherie, ebenso der Masern und des Keuchhustens, beiwelch letzterein die Uebertragung durch dritte Personen höchst seltenwar. Im Kaiser und Kaiserin Friedrich-Kinderkrankenhause in Berlinist diesen Verhältnissen insofern Rechnung getragen, als in den Isolir-pavillons für Scharlach und Diphtherie sich viele kleine Zimmer aneinen lichtvollen, ventilirten Corridor anreihen, während für Masern undKeuchhusten grössere Säle nebst mehreren Einzelzimmern eingerichtetsind, übrigens ist die Gefahr der Diphtherie-Hausinfection eine geringeregeworden: so blieben von den 1896 in Leipzig immunisirten 47 Kindernalle von Diphtherie verschont.
Im Gegensatz hierzu findet in den englischen Fieberhospitälerngewöhnlich keine Trennung der verschiedenen Formen acuter contagiöserErkrankungen statt. Angeblich sind hier Uebertragungen selten.
Indcss sprechen die Baseler Erfahrungen nicht dafür. Die Schwierig-keit liegt wohl in der Heranziehung eines zuverlässigen Pflegepersonals.Wo man dies hat, sind auch in alten Gebäuden Uebertragungen nichthäufig, während umgekehrt die besten Isolireinrichtungen sich nur be-währen bei gewissenhaftem und verständigem Pflegepersonal.
7. Statistische Nachrichten über, den Betrieb in Kinder-hospitälern.
Es erübrigt noch, über das Thathsächliche zu berichten. Ueberdie Jahreszahl der in den Spitälern verpflegten und ambulant von den-selben behandelten Kinder, die durchschnittliche Dauer des Anstalts-aufenthalts, und die durchschnittlichen Verpflegungskosten pro Kopf undTag stehen mir aus den letzten zwei Jahrzehnten nur dürftige Notizenzu Gebote, welche ich dennoch hier zusammen stelle.