622 C. Schmid-Monnard,
4. Pflegepersonal, Alter und Nahrungsbedarf der Kinder.
Die Zahl des Pflegepersonals muss besonders gross sein inKinderkrankenhäusern. Sie steht im umgekehrten Verhältniss zur Grösseder Krankensäle; je kleiner die Bettzahl, desto verhältnissmässig mehrPfleger. 1 Wärterin kommt ungefähr auf 2—4 Betten.
Bei Auswahl der Bettengrösse und Bestimmung der Nahrung istdas Alter der Kinder maassgebend. Das wird in jedem einzelnen Falleanders sein, doch giebt es dafür gewisse erfahrungsgemässe Durch-schnittszahlen, die als vorläufiger Anhaltepunkt dienen können.
Bezüglich des Alters der Kinder giebt Rauchfuss an, dass inSpitälern verpflegt werden:
0—1 jährig .... ca. 40—70 pOt.5-6 „ .... „ 16-20 „10-12 „ . . . . „ 7-12 „
Das Bedürfniss der Krankenhausverpflegung ist also am grössten inden ersten Lebensjahren.
Indess werden in der That in unseren Spitälern Kinder unter 1 Jahrnicht gern verpflegt, wegen der hohen Anforderungen, welche die Säug-lingsverpflegung stellt (siehe Säuglingsspitäler). Dalier finden wir vor-zugsweise Kinder von 2—6 Jahren in unseren Spitälern (in den WienerKinderspitälern sind etwa 2 /s UDer 4 Jahre).
Im Leipziger neuen Kinderkrankenhaus fanden sich 1896 unter1402 Kindern 315 Säuglinge (= ca. 24 pCt.), im Berliner Kaiser undKaiserin Friedrich-Krankenhause unter 2155 Kindern 374 Säuglinge(= ca. 13 pCt.).
Für die Ern ährung kranker Kinder im Krankenhause hat Baginsky,gestützt auf seine Erfahrungen, bestimmte Sätze aufgestellt.
Es schwankt das Eiweissbedürfniss individuell bei gleichaltrigenKindern. Doch ist es etwas grösser bei jüngeren Kindern im Verhältnisszur Summe von Kohlehydraten + Fett, als bei älteren Kindern. Beiletzteren nimmt namentlich der Bedarf an Kohlehydraten zu. Baginskyberechnet für den täglichen Nahrungsbedarf für
2—4 jährige 1250 Calorien = 50 E., 140 K., 50 F.4—9 ' „ 1825 „ = 80 „ 220 „ 65 „
9—12 „ 2220 „ = 85 „ 275 „ 80 „
Doch sind diese Mengen wohl zu gering für Reconvalescenten, so-weit ich nach meinen Erfahrungen in der Halle'schen Kinderheilstätteschliessen darf.
5. Sterblichkeit.
lieber die Höhe der Sterblichkeit in Kinderkrankenhäusernentscheidet der Umstand, wie viel junge Kinder in der Anstalt sind undwie viel infectiöse Fälle. Es starben in Krankenhäusern von