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1 (1899)
Entstehung
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603
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Sonderkrankenanstalten und' Fürsorge für Kinder. 603

der ersten Lebensmonate. Diese beträgt bekanntlich für das erste Lebens-jahr durchschnittlich 24 bis 31 pCt. in den einzelnen Ländern gegenüber1,7 bis 2,9 pOt. der allgemeinen Sterblichkeit. Diese hohe Sterblichkeitbetrifft vor allem die ersten Lebenswochen. Sie kann unter ungünstigenVerhältnissen (Theuerung etc.) sogar auf das Doppelte und Dreifachesteigen. Die Grenzen zwischen Gesundheit und Krankheit werden hierleicht und oft rasch verwischt. Ein besonders ungünstig gestelltesMaterial sind die unehelichen Kinder. Bei diesen ist durchgehend dieSterblichkeit eine weit höhere als bei ehelichen, und Neumann be-rechnet die Zahl der gestorbenen Unehelichen in Berlin für die Jahre18901892 auf fast das Doppelte der gestorbenen ehelichen Säug-linge.

Für die grössere Sterblichkeit der unehelichen Säuglinge sind haupt-sächlich zwei Gründe maassgebend:

1. weil sie vorzugsweise künstlich genährt werden, da die Muttermeist subsistenzlos, für die eigene Erhaltung arbeiten muss und des-halb ihr Kind nicht genügend versorgen oder gar selbst stillen kann.

2. weil die unehelichen Kinder in Folge der Entbehrungen desgrössten Theils der unehelichen Mütter in der letzten Zeit der Schwanger-schaft, schon häufig frühzeitig geboren werden und frühzeitig zur AVeitkommen.

Bezüglich der weniger günstigen Ernährungsweise der Unehelichenhat Neumann für Berlin die Zahl der gestillten Kinder zusammen-gestellt :

im 1. Monat ca. 2 / 3 eheliche, aber blos etwas über 3 / 5 uneheliche,

blos ca. y 3 uneheliche, blos ca. Va n

Dem entsprechend sind Magendarmerkrankungen auch die häufigsteTodesursache der unehelichen Säuglinge, bei den Kindern des BerlinerKinderschutzvereins in 40 pCt., bei den Leipziger Ziehkindern (Taube)in 2 / 3 aller Todesfälle.

Daneben wirkt von vornherein ungünstig das vielfache Vorkommenangeborene Schwäche der unehelichen Kinder. Dies zeigt sich schon ander höheren Zahl der Todtgeburten bei Unehelichen mit 46 pCt. (Taube-Leipzig) gegen 27 pCt. bei Ehelichen. Für einen 50jährigen Zeitraum be-rechnete Böckh (bei Baginsky) für Berlin bei Ehelichen 40 pro MilleTodtgeburten, bei Unehelichen 47,5 pro Mille. Auch die in Asyle auf-genommenen Kinder tragen vielfach den Stempel des Elends an sich.Im kaiserlichen Kinderheim Gräbschen-Breslau (Soltmann) betrug 1886und 1888 das Durchschnittsgewicht 12tägiger Kinder 2968 bis 2989Gramm, gegenüber ca. 3400 Gramm normal. Aehnliche Nachrichten giebtder Luisenhof in Hamburg - Eppendorf. Dieselben Erfahrungen sind imAusland gemacht. Für Prag hebt dies Epstein ausdrücklich hervor.Im Moskauer Findelhaus sind von den jährlich eingebrachten meist un-ehelichen 7000 Kindern 20 pCt. krank, 30 pCt. unter 3000 Grammschwer, 5 pCt. sehr schwach, 4 pCt. frühgeboren, 8 pCt. syphilitisch.

1.

Monat ca. 2 / 3

2.

fast %

9.

ca. y 2