7. Sondefkrankenanstalten und Fürsorge für Frauen.
VonSanitätsrath Dr. Breimecke in Magdeburg.
Die Fürsorge für Frauen, — sofern man darunter eine Fürsorgeversteht, die sich spcciell zur Aufgabe stellt, die mannigfachen aus demGeschlechtsleben des Weibes erwachsenden Gefahren und Gesundheits-störungen zu bekämpfen, — gehört bis heute zu den etwas stiefmütter-lich behandelten Gebieten der öffentlichen Kranken- und vorbeugendenGesundheitspflege. Und ich gestehe, dass es mir weit leichter sein würde,
im negativen Sinne einen Artikel über „die Noch und Hilflosigkeit derFrauen" zuschreiben, als in dem hier verlangten positiven Sinne überdie „Fürsorge für Frauen". Aber freilich, — wann wird es und kannes eine Zeit geben, die sich mit den vorhandenen Zuständen auf irgendeinem Gebiete des socialen Lebens zufrieden erklären könnte. J/üvia§et\ Was uns heute befriedigend erscheint, wird morgen als ungenügenderkannt, und man muss schon froh sein, wenn nur hin und wieder einfrischer Hauch durch die nur gar zu gern dem Trägheitsgesetz huldigen-den und stagnirenden socialen Zustände aller Art belebend und um-gestaltend hindurchweht. Auch das Gebiet der Frauenpflege ist inunserer social-bewegten Zeit von solchem Hauch nicht unberührt geblieben.Und wenn es auch wahr ist, dass auf diesem Gebiete noch nichts demheutigen Wissen und Empfinden Entsprechendes und Befriedigendes ge-schaffen wurde, so sind doch die Anfänge zu einer Besserung undorganischen Umgestaltung unverkennbar, und es lohnt wohl, diesen An-fängen und Keimen einmal nachzugehen und das bisher Erreichte inübersichtlicher Weise darzustellen. Eben weil aber das zur Zeit Be-stehende unzureichend ist, eben weil es sich in voller Gährung und Ent-wicklung zu neuen Formen befindet, so ergiebt es sich für meine Dar-stellung von selbst, dass ich mich nicht darauf beschränken darf, einAugenblicksbild zu liefern, dass es vielmehr darauf ankommen wird, dasWerden und Wachsen der Fürsorge für Frauen in der Vergangenheitund Gegenwart zu verfolgen, um auf Grund des so gewonnenen Verständ-nisses für die augenblicklichen Zustände die sich nothwendig daraus er-gebende Wachsthumsrichtung für die Zukunft klarzulegen.