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1 (1899)
Entstehung
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544
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544 E. Flade,

besucht, aber nach Verlassen derselben sich immer wieder dem Trünkeergeben haben.

19. Die Heimathcolonie Friedrich - Wilhelmsdorf in Döring(Kreis Geestemünde), begründet 1886 von Pastor Cronemeyer, um dieNoth der Arbeitslosen zu müdem und manchen der im Elende derLandstrasse Gefährdeten und Versinkenden durch Gewährung regelmässi-ger ernster Arbeit zu stärken, nimmt unter den sie Aufsuchenden natur-gemäss vor allem dem Schnapse ergebene Leute auf. Die dort ver-brachte Zeit, das Leben ohne jeden Alkoholgenuss in geordneten Ver-hältnissen und der Segen geregelter Arbeit haben zahlreiche Trunksüchtigevor Untergang bewahrt und dauernd geheilt. Die Aufnahme der arbeits-losen Männer erfolgt ohne Rücksicht auf Stand oder Confession. DerColonist kann durch Erfüllung gewisser Verpflichtungen (vor allem nachgenügender Arbeitsleistung) nach mehreren Jahren ein eigenes Häuschenerwerben, womit er in die erste Classe einrückt. Je'nach dem Auf-rücken in die 2. und 1. Classe bessern sich die Verhältnisse. DasAufrücken ist nur dem möglich, der enthaltsam, bleibt. — Die aufge-nommenen Gewohnheitstrinker zahlen 375 Mark Jahrespension, lebenzunächst getrennt von den eigtlichen Heimathcolönisten, können abernach Ablauf eines Jahres und guter Führung unter diese versetzt werden.

20. Das Asyl „Frauenheim vor 'Hildesheim" (Himmelsthür)ist insofern eine Heilstätte für Trinkerinnen, als es obdach-, heimath-oder arheitslose erwachsene Frauenspersonen aufnimmt und sich natur-gemäss grade aus' diesen Kreisen die meisten Trinkerinnen recrutiren. —Es herrscht dort christliche Hausordnung und regelmässige Arbeit undnur Frauen, die arbeitsfähig sind, finden Unterkunft. Die Leitung' derAnstalt liegt in den Händen des. Vorstehers, Pastor Tsermeyer-Hil-desheim, und den Hauseltern, die von einer Oberin mit Gehülfinnenunterstützt werden. In dem Verwaltungsausschusse sitzen mehrereAerzte.

Es werden weibliche. Handarbeiten vor allem verrichtet. DieSchwestern und die älteren tüchtigen Pfleglinge ertheilen Unterricht imWaschen, Nähen, Plätten u. s. w. Anstalten und Familien von auswärtsertheilen reichliche diesbezügliche Aufträge, und so verdient sich die An-stalt theilweise selbst ihren. Unterhalt.

Die .Erfolge an den ehemaligen Trinkerinnen, sowie deren muster-hafte Führung, sohald sie gelernt haben, ohne Alkohol zu leben und zuarbeiten, werden in den verschiedenen' Berichten vom „Frauenheim"besonders hervorgehoben.

„Der eigenartige Charakter des Frauenheims, die herrliche Lagedes Asyls, eines angekauften herrschaftlichen Sitzes, in einem grossen,gutgehaltenen Garten, der Familiensinn, der hier sehr gepflegt wird rdie ganze Erziehung, .die von christlichen Persönlichkeiten ausgeübt wird,die regelmässige Beschäftigung in allen häuslichen Arbeiten, welche dieAsylistinnen hier erlernen, gegenüber den mechanischen Arbeiten desGefängnisses, die täglichen Andachten, die wöchentliche ßibelstunde,