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fahrungen unserer Sportsleute lassen darüber keinen Zweifel mehr be-stehen: Ein rechter Sportsmann nimmt keinen Alkohol zu sich, und werStrapazen aushalten will, vermeidet seinen Genuss nicht minder; dieForschungsreisenden sind einstimmig in Verurtheilung des Alkohol-genusses, der die Tropen durchquert genau so, wie der die EisregionenBefahrende. Sie alle kennen im Alkohol ihren gefährlichsten Feind, derwohl momentan über starke Anforderungen an die Leistungsfähigkeit derKörperkräfte hinweghelfen, nimmermehr aber auf längere Zeit zur Be-wältigung grösserer Anstrengungen befähigen kann, vielmehr vorzeitigeErmattung und Abnahme der Kräfte des Körpers wie des Geistes herbei-führt. Die ausgezeichneten Veröffentlichungen von Bunge, Gaule,Rosenthal und zahlreichen anderen namhaften Autoren haben an derHand des Experimentes die Richtigkeit solcher, durch Erfahrung ge-wonnener Anschauung bewiesen.
Es ist der Alkohol ein Gift gefährlichster Art für Körperund Geist dessen, der ihn gewohnheitsmässig und übermässigaufnimmt, und jenen vorübergehend belebenden Wirkungen gegenüberstehen die Folgen der acuten und die dauernden Verheerungender chronischen Alkoholvergiftung. Erstere kennen wir unterdem Namen Rausch; sie ist eine Kohlensäurevergiftung mit den ver-schiedensten Lähmungserscheinungen; letztere kennzeichnet sich durchunaufhaltsame Beeinträchtigung des Lebens der Zelle und eine infolgedessen beständig fortschreitende allgemeine Hemmung des gesammtenStoffwechsels mit Abnahme der Functionsfähigkeit und allmählicherDegeneration unserer lebenswichtigen Organe.
Hält sich die Menge des andauernd aufgenommenen Alkohols inmassigen Grenzen, — als Maximum dürfen wir das Quantum von etwa30 g täglich annehmen —, so ist der kräftige Körper des erwachsenenMannes zumeist widerstandsfähig und nennenswerthen Störungen nichtausgesetzt, während dem zarteren weiblichen Organismus und dem kind-lichen überhaupt bereits bedeutend geringere Mengen auf die Dauerschädlich sind. Uebersteigt die tägliche Aufnahme von Alkohol obengenannte Grenze, so beginnt sie im allgemeinen auch dem Manne schonzu schaden, er trinkt mehr, trinkt täglich im Uebermaass, und ist inGefahr „trunksüchtig" zu werden, d. h. die Sucht, andauernd Alkoholzu gemessen, nimmt ihn gefangen, und je weiter er jenes Maximumüberschreitet, um so mehr verkürzt er seine Lebenszeit, um so schnellereilt er Krankheit und Siechthum entgegen, um so sicherer verwandeltsich das Bild des in seinen körperlichen, wie geistigen Leistungen be-ständig, wenn auch anfangs noch unmerklich zurückgehenden Ge-wohnheitstrinkers in das Zerrbild des den Jammer und das Elend derFamilie kündenden, zu einem unbrauchbaren, ja oft gemeingefährlichenGliede der menschlichen Gesellschaft gewordenen Trunksüchtigenoder Trunkenboldes und, wo nicht die Vorsehung oder die eigene Handplötzlich solches werthlose und nur zu oft gemeinschädliche Dahinlebenenden oder bei Zeiten seine Heilung bewirkt wird, da bezeichnet ein