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1 (1899)
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461
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Sonderkranlcenanstalten u. Fürsorge f. Nervenkranke, Epileptische u. Idioten. 461

Bayern (nach Krafft's Berechnung) 8392, für Württemberg 3000,für die Schweiz 4500. Für Frankreich nahm Lunier 40000 an.

Ob die Epilepsie im Zunehmen oder Abnehmen begriffen ist, darübergiebt uns die Statistik keinen Aufschluss, eine Zunahme zu vermuthen,liegt jedenfalls keine Veranlassung vor.

4. Die Häufigkeit geistiger Störung bei Epileptischen.

Es ist hier wieder zu scheiden zwischen der chronisch epilep-tischen Degeneration und den acuten psychopathischen Compli-cationen, dem epileptischen Irresein im engeren Sinne.

Die Häufigkeit der epileptischen Degeneration zahlenmässig fest-zustellen, ist schwierig wegen der allmählichen und fliessenden Uober-gänge zwischen gesund und krank. Eine relative geistige Abnahme,neben der eine an sich betrachtet gute intellectuelle Leistungsfähigkeitbestehen kann, können wir nur dann feststellen, wenn wir über dasfrühere geistige Verhalten des Patienten genau unterrichtet sind.

Im Grunde genommen giebt es überhaupt keine chronische Krank-heit, die die geistige Spannkraft, die Apperception, die rasche und sichereVerknüpfung der Associationen nicht ungünstig beeinflusste. Jeder Beob-achter wird hier seinen besonderen Maassstab anlegen.

Bei 200 Epileptikern in der Privatpraxis habe ich geistige Schwächein 47 pCt. gefunden. Diese habe ich dann angenommen, wenn derBeruf infolge der geistigen Abnahme Noth gelitten hatte.

In der Anstalt in Steffen fand ich bei 235 Neueingetretenen epi-leptischen Schwachsinn in seinen verschiedenen Graden bei 78 pCt., mir22 pCt. waren intellectuell normal. Es handelte sich meist um Kinderim schulpflichtigen Alter. Die Leistungen in der Schule geben einengenaueren Maassstab zur Beurtheilung der Intelligenz, als man ihn beiErwachsenen hat.

Kölle in Zürich fand unter den im schulpflichtigen Alter stehendenKindern in der Schweizerischen Anstalt für Epileptische 28 pOt. nor-male. Aus der Statistik von Pelmann werden 50,8 pCt. als normalaufgeführt.

Bei Tigges sind unter 124 Epileptischen im Alter bis zu 14 Jahren29 als geisteskrank angegeben. Man wird keinen grossen Fehler machen,wenn man annimmt, dass es sich bei diesen — also bei 23 pCt. — imwesentlichen um epileptischen Schwachsinn gehandelt habe.

Ueber die Häufigkeit der anderen speeifisch epileptischenGeistesstörungen ist es nicht möglich, genaue Zahlen aufzustellen.

Von den erwähnten 235 Kranken der Anstalt in Stetten litten19 pCt. an irgend einer der oben angeführten epileptischen Psychosen.Krafft hat durch unmittelbare Anfrage bei den Anstalten für Epileptischezu erfahren gesucht, wie viele Kranke an „Aufregungszuständen" leiden.Die Angaben schwanken zwischen 8 und 100 pCt.!

Die Zahl der Epileptiker, die in Irrenanstalten untergebracht sind,