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1 (1899)
Entstehung
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460
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460 Wildermüth,

einer mehr als annähernden Sicherheit zu erfahren. Die leichten Fällewerden häufig verkannt, die schwereren gern verschwiegen.

Trotzdem haben diese Zählungen grossen Werth. Denn gerade dieFälle, die der öffentlichen Fürsorge besonders bedürfen, sei es wegender Schwere der Erkrankung oder wegen der socialen Stellung desPatienten, werden meist gezählt werden.

Hier mögen die Ergebnisse einiger Zählungen folgen.

In Württemberg hat eine Zählung, die im Jahre 1862 in 5 Ober-ämtern aus den 4 Kreisen des Landes angestellt wurde, 0,93 Epileptischeauf 1000 Einwohner ergeben; eine Zählung im Jahre 1878 1,08: 1000.

Die Zählung in der Rheinprovinz im Jahre 1881, von Pelmannals ungenügend bezeichnet, fand ein Verhältniss von 0,85 : 1000.

Eine der werthvollsten statistischen Arbeiten über Epilepsie, dieZählung in Mecklenburg-Schwerin, stellt das Verhältniss auf 1,5 : 1000fest. Dasselbe Verhältniss nimmt auch von -Bodelschwingh fürPreussen an.

Lepointe findet im Jahre 1879 im Departement de l'Allicr1,169 : 1000, für ganz Frankreich nimmt er 0,92 an.

Die Zählung in der Provinz Sachsen vom Jahre 1891 ergiebtein Verhältniss von 0,63 : 1000.

Genauer dürften die Ergebnisse sein, die man durch Zählungeinzelner Altersgruppen erhält. Zählungen epileptischer Schul-kinder liegen aus verschiedenen Ländern vor.

Sehr sorgfältig ist die Zählung in der Rheinprovinz und in West-falen im Jahre 1882 (Pelmann). Sie ergiebt: für die Rheinprovinz830 (423 Knaben, 407 Mädchen), für Westfalen 427 (215 Knaben212 Mädchen). Dies giebt 0,205 epileptische Kinder auf 1000 Ein-wohner.

Tigges fand 117 Epileptische im Alter von 6—15 Jahren, diessind 18,3 pCt. aller Epileptischen; auf 1000 Einwohner kommen 0,21 epi-leptische Schulkinder, auf 1000 Einwohner im Alter von 6—15 Jahren0,95 Epileptische.

Nach einer Zählung im Jahre 1889 kamen in den Bezirken Frank-furt und Potsdam der Provinz Brandenburg auf 2248000 Einwohner606 epileptische Kinder im Alter von 6—14 Jahren; dies giebt für1000 Einwohner 0,27 epileptische Schulkinder.

Auch über die Ergebnisse bei der Militärmusterung liegen einigeZahlen vor. Aus dem Jahre 1887 berichtet Dr. Vis eher in Aarauaus der Schweiz, dass auf 1000 Untersuchte 2,42 Epileptische kamen,nach dem Durchschnitt der Jahre 1889, 90, 91 : 2,57. Lunicr fand1,644 Epileptische auf 1000 Gestellungspflichtige.

Zur Zeit wird nach Pelmann's Vorgang 1,5 Epileptische auf1000 Einwohner als „die Zahl angenommen, die jedenfalls nicht überder Wirklichkeit gelegen ist".

Von dieser Voraussetzung aus würden sich für das DeutscheReich ca. 70000 Epileptische ergeben, für Preussen 45000, für