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1 (1899)
Entstehung
Seite
459
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Sonderkrankenanstaften n. Fürsorge f. Nervenkranke, Epileptische u. Idioten. 459

Tigges, Pelmann, Mendel geben für die Entstehungsz'eit vom1. bis 20. Lebensjahre etwas kleinere Zahlen, im Durchschnitt 70 pCt., an.

In wie weit die sociale Stellung, der Beruf und Aehnlichcs Einflussauf die Entstehung der Epilepsie haben, lässt sich zur Zeit nicht ent-scheiden.

Irgend. eine wesentliche Bedeutung scheinen diese Verhältnisse nichtauszuüben.

Individuelle prädisponirende Umstände.

Als Ursachen, welche den Einzelnen für die Entstehung der Epi-lepsie geneigt machen, hat man allgemeine Ernährungsstörungen jederArt angeführt: Blutarmut!), Rhachitis, Scrophulose; sie haben mit derEntstehung der Epilepsie so wenig zu thun, wie Kummer, Sorge odergeistige Ueberanstrengung.

Sicher ist, dass sich die Epilepsie nicht selten im Anschluss anacute Inf ectionskrankheiten entwickelt. In erster Linie kommt hierScharlach, in zweiter Typhus.

Zweifelhafter ist der Einfluss von Schädeltraumen und von Ge-hirnerschütterung. Nur in ganz seltenen Fällen konnte ich siezweifellos als Ursache der echten Epilepsie feststellen. Ein bemerkens-werther Unterschied von der Hysterie und der corticalen Epilepsie!

Wie erwähnt treten epileptische Anfälle nicht ganz selten als einesder Symptome der chronischen Alcoholvergiftung auf, namentlichin den Gegenden, in denen viel Schnaps getrunken wird. Selten ist dieBleiepilepsie.

In 85 pCt. der Fälle habe ich eine unmittelbare Ursache nicht auf-finden können. Die Angehörigen und die Kranken selbst sind darumselten verlegen. Nach Allem greift man lieber, ehe man eine erb-liche Anlage zugiebt. Meist findet man, dass vor dem Eintreten -derUrsache irgend eine Form des petit mal vorhanden war, das wenigbeachtet oder in seiner Natur nicht erkannt worden ist.

3. Die Verbreitung der Epilepsie.

Soweit unsere Kcnntniss reicht, kommt die Epilepsie in allen Zonenund bei allen Rassen vor. Ncnncnswerthe Unterschiede nach Klima undBodenbeschaffenheit bestehen nicht. In einzelnen nordischen Ländern,Grönland, Scandinavien, den Ostseeprovinzen soll die Fallsucht besondershäufig sein. Statistische Angaben konnte ich nicht darüber finden.In Frankreich scheinen die alpinen und subalpinen Departements mehrheimgesucht als die anderen. Man könnte vermuthen, dass hier creti-nistische Entartung die Anlage zur Fallsucht begünstige.

Bei Zählungen in grossen Bezirken muss man von vornherein daraufverzichten, die Anzahl aller in medicinischem Sinn Epileptischen mit