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1 (1899)
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448
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448 Wildermuth,

sich einzeln oder in kleinen Gruppen abzusondern; auch im Park oderGarten muss dazu Gelegenheit gegeben sein. «

Besondere Sorgfalt ist auf die Einrichtung der Baderäume zu ver-wenden, namentlich sollen sie eine ordentliche Grösse haben. Compli-cirte Einrichtungen sind nicht nöthig. Die besten Badewannen sind dieenglischen Porcellanwannen oder Bassins von Marmor oder glasirtenPlatten. Diese Platten eignen sich auch am besten zur Auskleidungder Wände des Baderaums. Ueber die Einzelheiten der Einrichtungenfür Hydrotherapie giebt v. Hoeslin in seinerAllgemeine Hydro-therapie" erschöpfende Auskunft.

Centrale Heizung des Hauses ist wünschenswerth; für grosseAnstalten ist die Niederdruckdampfheizung das beste System, für kleinereHäuser ist das Warmwassersystem zu empfehlen. Es gestattet, in allenmöglichen Abstufungen nach den Schwankungen der Jahreszeit dieZimmerräume zu reguliren. Da zu einem Theil der Wärmeproductiondas Heerdfeuer benutzt wird, kann man an einzelnen rauhen Tagen undin den Uebergangszeitcn warme Zimmer bekommen, ohne dass maneinen umständlichen Apparat in Gang zu setzen braucht.

In einer gemischten Anstalt iässt sich das Programm der Unter-haltungen und Vergnügungen reicher gestalten, als in Sanatorien, dienur Männer oder Weiber aufnehmen. Ich halte das für keinen Vortheil.An geselligen Vergnügungen grösseren Stils hat es der Mehrzahl unsererPatienten nicht gefehlt. Sind sie in eine Nervenheilanstalt eingetreten,so sollen sie wissen, dass sie in einer Krankenanstalt sind, um gesundzu werden und nicht um sich zu amüsiren. Stets wird eine Anzahl vonPatienten da sein, die Vergnügungsarrangements peinlich und schmerz-haft empfinden, wenn sie sich nicht betheiligen und doppelt, wennsie sich verpflichtet fühlen, Theil zu nehmen. Dasselbe gilt neben-her gesagt auch von denFesten" in den Irrenanstalten. AVas unsereKranken bedürfen, ist innere und äussere Ruhe, ein Tageslauf in gleich-massig geregeltem Gang. Langeweile braucht deshalb noch lange nichtzu herrschen. Die Cur selbst füllt einen Theil des Tages aus, die übrigeZeit kann mit leichter Leetüre, Spazierengehen, einfachen geselligenSpielen zugebracht werden und in manchen Fällen mit Arbeit.

Die Ernährung der Kranken in den Anstalten soll nach den-selben Grundsätzen eingerichtet sein, die für Nervenkranke überhauptgelten und über die wir schon gesprochen haben. In den meisten An-stalten ist die Verpflegung zu fleischreich, sie erinnert, wie Möbius mitRecht sagt, oft recht bedenklich an ein Hotel.

Es giebt keine Nervenkrankheit, bei der der Alkohol nützt, viele, beidenen er schadet. In derPrivatbehandlungNervenkranker stösst das völligeVerbot oft auf unüberwindliche Hindernisse. In den Anstalten sind diesenicht vorhanden. Dem einen Kranken Alkohol zu gestatten, dem andernzu verbieten ist unstatthaft. Geistige Getränke sind also aus den An-stalten gänzlich zu verbannen. Man muss darauf in den Prospectenaufmerksam machen. Auf die Patienten, die sich dadurch vom Eintritt