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auch wenn sie keine Gletscher und Schnccbcrge hat. Ueber Kinder-bälle, frühzeitigen Theaterbesuch und ähnliche Thorhciten braucht mankein Wort zu verlieren, um so weniger, als es doch nichts hilft.
Ganz verwerflich ist es, mit den Kindern viel über ihre Gesund-heit zu reden, ihnen die alberne Erkältungsfurcht und ähnliche Grillenin den Kopf zu setzen. Es ist auch thöricht und schädlich, ohne be-sondere ärztliche Anzeige, die Kinder eiskalt abzuwaschen und zudouchen. Das sind Reizmittel für das Nervensystem, die sich nichtzur gewohnheitsmässigen Anwendung eignen und im Kind die Vor-stellung wecken, dass es zur Pflege seiner Gesundheit ganz besondererMaassregeln bedürfe.
Das beste Mittel, die Entwicklung einer nervösen Anlage zu ver-hindern oder die Nervosität, wenn sie da ist, in gewissen Schranken zuhalten, ist die regelmässige Arbeit im Berufe. Durch sie ergiebt sichdie Ablehnung einer grossen Anzahl schädlicher und unnützer Dingevon selbst, wie übertriebener Geselligkeit, von zerstreuendem, unbefriedi-gendem Dilettantismus, Excessen in Bacho et Venere.
Was für die Erwachsenen der Beruf, ist für junge Leute der Schul-unterricht; er ist abgesehen von seinem unmittelbarem Zweck das besteMittel, Pflichtgefühl und die Ueberzeugung, dass regelmässige Arbeit not-wendig sei, in Fleisch und Blut übergehen zu lassen.
Um ein kräftiges Geschlecht heranzuziehen, um insbesondere neuro-pathisch veranlagte Menschen widerstandsfähig zu machen, sind Körper-übungen ein unentbehrliches Mittel. An Sinn und Begeisterung für dieseSeite der Erziehung fehlt es heut zu Tage nicht. Von allen Seiten wirduns die englische Jugenderziehung als Muster gepriesen, und manist eifrig bestrebt, alle Arten von englischem Sport auf deutschen Bodenzu verpflanzen. Wie ich glaube, nicht mit Recht. Unser deutschesTurnen, in grosser Zeit aus dem Volke selbst herausgewachsen, ist mitder Zeit unter Mitwirkung der Unterrichtsbehörden in sorgfältiger Weisezu einem Theil des Jugendunterrichtes aus- und umgebildet worden.Dieser Turnunterricht stellt zusammen mit der militärischen Ausbildungeine plan- und maassvolle körperliche Schulung aller Schichten der männ-lichen Jugend dar, wie sie kein anderes Volk besitzt. Im Begriff desSports liegt eine schädliche Einseitigkeit, die das Turnen nicht kennt.Aber Sport klingt vornehmer und stammt vom Ausland! Bei derWichtigkeit dieser jetzt allgemein erörterten Frage ist es von In-teresse, eine englische Stimme zu hören ans einem Aufsatz in The NewReview Januar 1898, der auch in deutsche Blätter übergegangen ist.Der Verfasser beklagt tief, dass die ausgezeichnete körperliche Erziehung,die den Bewohnern des Continents durch die allgemeine Dienstpflicht zuTheil werde, in England so ganz ohne Gegenstück sei. Es sei ganzunzutreffend, anzunehmen, dass dies in England der Sport leiste. InFolge des täglichen Zwangs zum Spiel in den grossen englischen Schulenwerde einem grossen Theil der Knaben das ewige Spielen zuwider, sodass die Knaben froh seien, in den Ferien von diesem Zwang erlöst zu