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Bädern zu ihrer grösseren Bequemlichkeit auf durchgespannte Deckenlagern, sie auf kleinen Tischchen essen oder sonstwie beschäftigen lassen— weibliche Kranke in Badehemden.
Bäder von kürzerer, bis etwa halbstündiger Dauer pflegen bei Ver-stimmungen und leichten Angstzuständen beruhigend, gegen Abend auchSchlaf machend zu wirken. Wo Röthung und Hitze des Kopfes auftritt,verbindet man sie zweckmässig mit kalten Umschlägen auf den Kopf.An das Bad selbst schliesst sich dann zur Anregung der Hautthätigkcitzweckmässig eine kühle Berieselung mit darauf folgender Abreibung" an.
Vorrichtungen, die dazu dienen, den erregten Kranken in der Bade-wanne gegen seinen Willen festzuhalten (sogenannte Deckelbadewannen),sind grundsätzlich verwerflich; ist der Kranke durchaus nicht im Badezu halten, so muss man auf dies Beruhigungsmittel verzichten.
Von sonstigen hydropathischen Maassnahmon, die bei GeisteskrankenAnwendung finden, ist die hydropathische Einpackung des ganzen Körpersmit Ausnahme des Kopfes noch zu erwähnen. Die Technik und Iiidi-cation dieser Einpackung weicht von der sonst üblichen in keiner Be-ziehung ab.
Die Rolle der Elektrotherapie ist in der Psychiatrie vorläufig rechtklein; häufig ist die Galvanisation des Kopfes gegen die verschiedenenPsychosen empfohlen worden, doch bisher ohne sicheren Erfolg. GegenSchlaflosigkeit bewährt sich vielleicht in manchen Fällen eine Galvani-sation Abends vor dem Schlafengehen quer durch den Kopf in der Stärkevon iy 2 bis 2 M. A. (einschleichen! ausschleichen!); doch ist es hierwie in vielen anderen Fällen schwierig festzustellen, ob der Strom alssolcher wirkt, oder ob es lediglich sich um eine Suggestionswirkunghandelt.
Was die Diät und ihre zweckmässige Regelung anbetrifft, so istFolgendes zu bemerken (E. und Ed. Hitzig, Die Kostordnung derpsychiatrischen und Nervenklinik der Universität Halle-Wittenberg. Jena1897): Es giebt in jeder Krankenanstalt eine Menge von Personen, welcheentweder überhaupt nicht krank sind, nämlich das gesammte Kranken-hauspersonal, oder welche zwar krank sind, deren Ernährungs- und Ver-dauungsverhältnisse aber von dem durchschnittlichen Normalzustände sowenig abweichen, dass sie mit Bezug auf ihren Bedarf an Nahrungs-stoffen wie gesunde Menschen betrachtet werden dürfen; in noch vielgrösserem Maasse trifft dies bei Irrenanstalten zu, in denen die chronischGeisteskranken meistens den grössten Theil der Verpllegten ausmachen;ihre Verpflegung hat nach den allgemeinen Grundsätzen der Ernährungs-physiologie für körperlich gesunde ruhende (oder wenn sie arbeiten,beschäftigte) Menschen zu erfolgen. Das eben citirte Buch von Hitziggiebt darüber eingehenden Aufschluss.
Eine viel umstrittene Frage ist zur Zeit, ob es richtig ist, zur regel-mässigen Verpflegung chronisch Geisteskranker in Irrenanstalten Alkoholin Gestalt von Bier zu reichen oder nicht. Bei der grossen Anzahlgeisteskranker x\lkoholisten, welche die Mehrzahl der Anstalten beher-