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gaben in der Irrenpflege und nur durch grosse Erfahrung, eifrige Auf-merksamkeit und strenge Selbstkritik lernt der Irrenarzt, hierin grobeFehler zu vermeiden. Die dauernde Isolirung eines Patienten ist fastimmer ein Kunstfehler; es muss vielmehr immer und immer wieder derVersuch gemacht werden, den aufgeregten Kranken in einem Saale mitanderen zusammen im Bette zu halten. Durchaus erforderlich ist es,dass jede Isolirung vom Arzte angeordnet werde und in seiner Gegen-wart vor sich gehe; kann das Wartepersonal einen erregten Kranken vonGewaltthaten nicht mehr abhalten, so ist der Abtheilungsarzt herbei-zurufen, der dann je nach den Umständen zu entscheiden hat. Ist derKranke in einen Einzelraum verbracht worden, so ist es gar nicht selten,dass er binnen ganz kurzer Zeit ruhig wird; dann ist sofort wieder zuversuchen, ihn in die gemeinsamen Räume zurückzuverlegen und scheitertder erste diesbezügliche Versuch, so ist er eben so lange zu wiederholen,bis es geht. Dies bezieht sich allerdings nur auf die Verhältnisse innicht zu sehr überfüllten Anstalten; mangelt es den Kranken in derAbtheilung an Platz, so wird man manchmal nicht umhin können, durchlängere räumliche Trennung der leicht erregten Elemente den Frieden inden gemeinsamen Sälen einigermassen zu sichern.
In manchen Fällen muss eine Isolirung direct aus therapeutischenGründen eintreten: Kranke mit Ideentluch t werden durch den Reiz, denandre Kranke auf sie ausüben, zu neuen Vorstellungsreihen angeregtund ihre Ideenflucht dadurch noch gesteigert; den Kranken mit Wahn-vorstellungen und Sinnestäuschungen bieten die wechselnden Empfindun-gen im Krankensaal die fruchtbarsten Anknüpfungspunkte für wahnhafteAuslegungen. Solche Kranke isolirt man in Einzel-Zimmern, währendbei erregten Kranken die Isolirung nur in Einzelräumen durchzuführenist, das heisst in Einzelzimmern (Ziehen, 1. c), welche keine Möbeloder in dem Boden verankerte Möbel enthalten und nach aussen durchfest verschlossene Thüren und unzerbrechliche oder entsprechend ge-sicherte Fensterscheiben abgeschlossen sind.
liier und da begegnet man auch wohl einmal einem gepolstertenIsolirraum; die Fälle, in denen man ohne einen solchen Raum nichtauskommt, sind überaus selten, die Reinigung der Polster ungemein zeit-raubend und schwierig; sie sind durchaus nicht nothwendig, sondernüberflüssig.
Schwer erregte Kranke, die auch häufig noch ihre Bekleidung undihr Bettzeug im Einzelraum zerreissen, wird man hin und wieder ge-nöthigt sein, in den — natürlich etwas überheizten — Einzelranm alsLager lediglich Stroh oder besser Seegras zu geben und einen hemd-artigen Anzug neben Decken aus unzerreissbarem Stoff. — Eine Isolirungüber längere Zeit hinaus ist, wie bereits erwähnt, unter allen Umständenzu vermeiden; die Kranken verwildern leicht in den Einzelräumen, fangenaus langer Weile an, zu onanireu und mit Koth zu schmieren, werdengewaltthätig und bilden dann als Artefacte falscher Behandlung eineschwere Plage für die Anstalt, ihre Aerzte und Pfleger. Besonders,